Praxis ohne Grenzen - Was machen Menschen ohne Krankenversicherung? - Dr. Janina Bogdanski und Dr. Christoph Zenses
Shownotes
Heute befassen wir uns wieder mit einem Thema rund um Gesundheit. Ich durfte nämlich mit zwei Ärzten sprechen: Frau Dr. Janina Bogdanski und Herrn Dr. Christoph Zenses.
Sie beide bilden den Vorstand von dem Verein "Medizinische Hilfe Solingen e.V." der zahlreiche Hilfsangebote für Menschen in prekären Lebenslagen bietet. Dabei konzentrieren wir uns auf die "Praxis ohne Grenzen": Es gibt auch Menschen in Deutschland die keine Krankenversicherung haben und natürlich trotzdem auf medizinische Hilfe angewiesen sind. Genau diese Hilfe wird in der Praxis ohne Grenzen geleistet. Ich wollte verstehen, was und wer hinter der Praxis ohne Grenzen steckt: Wie sieht die Arbeit aus? Was sind die Herausforderungen? Welche Menschen finden hier Hilfe und was braucht es eigentlich um so ein Projekt auf die Beine zu stellen?
Aufgenommen am 02.06.26 gegen 19Uhr.
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00:00:00: Herzlich willkommen bei Deutschland, Deine Demokratie.
00:00:04: Mein Name ist Marc Hamacher und ich spreche hier alle zwei Wochen mit spannenden Gästen rund um Demokratie und Politik.
00:00:09: Ich bin hierum etwas zu lernen von Menschen, die mich interessieren und über Themen, die ich für relevant halte.
00:00:14: Heute befassen wir uns wieder mit dem Thema Gesundheit!
00:00:17: Ich durfte nämlich mit zwei Ärzten sprechen – Frau Dr.
00:00:19: Janina Bogdanski und Herrn Dr.
00:00:21: Christoph Zenses.
00:00:22: Sie beide bilden den Vorstand vom Verein Medizinische Hilfe Solingen eV der zahlreiche Hilfsangebote für Menschen in prekären Lebenslagen
00:00:31: bietet.
00:00:31: Dabei konzentrieren wir uns auf die
00:00:33: Praxis ohne
00:00:34: Grenzen, denn es gibt auch Menschen in Deutschland, die keine Krankversicherung haben und natürlich trotzdem auf medizinische Hilfe angewiesen sind.
00:00:42: Genau diese Hilfe wird in der Praxise ohne Grenze geleistet!
00:00:46: Ich wollte verstehen was und wer hinter der Praxe ohne Grenzeln steckt?
00:00:49: Wie die Arbeit aussieht?
00:00:50: Was die Herausforderungen sind?
00:00:52: Welche Menschen hier Hilfe finden?
00:00:53: Und was ist eigentlich braucht um so ein ehrenamtliches
00:00:56: Projekt auf die Beine zu stellen.
00:00:58: Viel
00:00:58: Spaß mit der Folge!
00:01:06: So, die Aufnahme läuft.
00:01:07: wir haben Dienstag den zweiten Juni um neunzehn Uhr.
00:01:12: herzlichen willkommen mit zwei wunderbaren Gästen Frau Dr.
00:01:15: Janina Bogdanski und Herrn Dr.
00:01:17: Christoph Zenzis.
00:01:20: Hallo!
00:01:21: Wir wollen am Anfang mal erstmal so ein bisschen verstehen wer hier überhaupt sitzt und worum es heute genau geht.
00:01:27: Vielleicht fangen wir bei Ihnen an Frau Bogdanski.
00:01:29: vielleicht wollen Sie erst einmal erzählen Wie ist es für Sie zur Medizin gekommen?
00:01:34: Warum hat sie das interessiert und warum sind Sie dabei geblieben?
00:01:37: Ja, bei mir ist es ganz einfach.
00:01:39: Meine Eltern sind beide Ärzte.
00:01:40: so bin ich schon von früh auf damit in Kontakt gekommen dass am Essenstisch zu Hause wurde über Patientinnen und Patienten gesprochen natürlich unter Wahrung des Datenschutzes Und ja, ich bin damit groß geworden.
00:01:52: Meine Eltern hatten eine Praxis in Solingen und ich habe zwar auch über andere Dinge nachgedacht aber letztlich bin ich dann zur Medizin gekommen und hab in Münster studiert.
00:02:04: So war das!
00:02:06: Wie war es mit der Entscheidung für eine Fachrichtung?
00:02:08: War das einfach für Sie?
00:02:10: Ich habe über vieles nachgedacht.
00:02:12: Ich dachte, ich würde vielleicht Kinderärztin werden aber letztlich im Laufe des Studiums hab' ich doch gemerkt dass die allgemeinen Medizin also als Hausärztinnen zu arbeiten das was meine Eltern auch gemacht haben für mich interessant ist einfach weil man die Menschen so lange begleitet über einen langen Zeitraum und weil ich auch mit Erwachsenen besser umgehen kann als mit Kindern glaube ich.
00:02:32: Und wann haben Sie das erste mal drüber nach gedacht?
00:02:37: mehr als quasi diese normale medizinische Arbeit machen wollen, sondern sich vielleicht auch noch ehrenamtlich engagieren.
00:02:44: War das schon früh oder kam es eher durch Kontakte später im Leben?
00:02:48: Ja, also letztlich sieht man immer wieder auch in der eigenen Praxis.
00:02:52: Also ich bin in einer hausärztlichen Praxis niedergelassen dass es eben Patientinnen und Patienten gibt die dann wenn man denen irgendwas verschreibt sagt ja das muss ich mal gucken ob ich mir das irgendwann holen kann.
00:03:02: Ich habe im Moment wenig Geld und man hat ja die Zuzahlung.
00:03:06: also es ist einem schon manchmal auch bewusst dass es auch in einer eigenen Stadt Personen gibt die eben trotz vielleicht einer Krankenversicherung da Einschränkungen haben.
00:03:17: Da habe ich eben gemerkt, das ist was, wo ich gerne etwas tun würde.
00:03:21: Und ich bin jetzt noch nicht so lange dabei wie mein Kollege.
00:03:24: aber man hat immer wieder gehört dass es die Möglichkeit gibt da auch was zu tun und ich hab angefangen übers Spenden für dir Praxis ohne Grenzen bis ich dann selber dazu gekommen bin mitzuarbeiten.
00:03:37: Ja, über die zur Praxis und den Ganzen kommen wir gleich im Detail.
00:03:40: Jetzt erst mal zu Ihnen Herr Dr.
00:03:41: Zenzis!
00:03:42: Wie sieht denn Ihr Werdegang im Vergleich aus?
00:03:44: Das ist ja jetzt ein bisschen gemein, weil ich älter bin.
00:03:48: Also dass es ein bisschen länger ist... Ich habe den Zivildienst schon in Klinikum in Solingen gemacht und der war damals noch achtzehn Monate also anderthalb Jahre.
00:03:58: da ist man so ein bisschen... Und ich hatte Kotschuljahre, da war ich auch relativ jung noch als ich das anfing gerade über die siebzehnte drüber und bin quasi im Krankenhaus groß geworden.
00:04:08: Und hatte da immer netten Kontakt, habe das gerne gemacht und dachte, das will ich auch beruflich machen so dass ich gar nicht lange überlegen musste und hab beim Krankenhaus dann auch immer schon damals zu dieser achtziger Zeit politisch aktive Kollegen, später Kollegen kennengelernt und war schon als Student bei einem IBPNW Ärzte ohne Grenzen... wie heißt es auf Deutsch?
00:04:36: Das war alles mit der Pershing-Nachrüstung, die Ärzte auf diese humanitäre Missstände hinweisen.
00:04:45: Dann kamen sie in den Tjarnobel, wo ich selber hingefahren bin und wo ich so Projekte aus dem Krankenhaus gemacht habe damals auch Rumänien als ... Er ist ja noch mit I. Erschossen wurde und die Kinderheimer aufgemacht wurden, die hatten keine Medikamente, Transport dahin begleitet oder organisiert habe.
00:05:05: Mir lachte das immer schon in Blut, weil ich dachte, mit der Arbeit ... kann man sehr gut offene Türen einrennen.
00:05:11: Also zu sagen, ich mache was Gutes, helft eh mehr und es wird einem eigentlich immer geholfen.
00:05:16: Und so hat sich das dann fortgesetzt.
00:05:18: da kommen wir ja gleich noch drauf mit der medizinischen Hilfe.
00:05:21: also ist quasi schon als Student für sie großes Thema gewesen?
00:05:25: Ja, kann man so sagen und man hat dadurch immer irgendwelche Kollegen oder engagierte Leute gekannt, die sich im medizinischen Bereich in irgendeiner Form organisiert haben oder engagiert haben und habe dann direkt mitgemacht.
00:05:45: Das ist jetzt auch natürlich wieder eine Verwicklung weil mittlerweile dieses verstrahte Gebiet auch teilweise Russland betrifft, aber in der Ecke Ultraschallgeräte hingebracht und die Kinder untersuchen lassen.
00:05:59: Obwohl ich heute auch mal Kindermedizin machen wollte was ich ganz schnell wiederverworfen habe als ich im Pj-Kinderheilkunde gemacht habe.
00:06:08: Aber die Kinder mussten untersucht werden weil sie am meisten aufnehmen an kontaminierten Jot Und hab mich da schon engagiert und auch sehr viel Hilfe hier in Soling gekriegt.
00:06:18: Man merkt einfach, wenn man für was brennt und richtig etwas umsetzen will, dann kriegt man auch geholfen.
00:06:24: Also vor allen Dingen hier in Solingen.
00:06:26: Ja also sie hatten auch quasi immer viele Ansprechpartner, viele Leute die ihnen geholpen haben... ...und dann ist es wäre so der Stein ins Rollen gekommen und ist von einem Projekt zum nächsten gekommen.
00:06:35: So kann man das nennen!
00:06:38: sich kleine Beispiele nennen, ich brauchte ein Ultraschallgerät, da bin ich zu GE gegangen.
00:06:42: Die hatten wir ja noch in Sohling hier und dann aber wie machen wir das?
00:06:45: Dann bringe ich ein Orchester dahin und wir machen Neujahrskonzert, dann fingen das an dass es bei GE einen Neujahres Konzert gab und die Erlöse gingen halt alle ins Ultraschlaggerät und GE hat auch eine Menge gespendet dann.
00:06:57: Aber so ging das halt dann so los, dass wir einfach was machen konnten und helfen konnten.
00:07:02: heute besorgen wir die Geräte eher für Pflichtlichshalme Und so weiter, aber das ist noch geblieben bis heute.
00:07:10: Frau Bogdanski können Sie vielleicht jetzt erzählen medizinische Hilfesolingen?
00:07:15: Wie kamen sie dazu und was steckt eigentlich genau dahinter?
00:07:20: Also die Medizinische Hilfe Soling hat ja verschiedene Aspekte – die Praxis ohne Grenzen wo ich auch persönlich mitarbeite ist nur ein Teil davon.
00:07:29: Es gibt eben auch noch das Medium Mobil.
00:07:31: Ich glaube da wurde schon mal drüber gesprochen Und wir haben auch noch eine Medikamententafel, wo es eben genau um die Fälle gibt.
00:07:38: Wo ich eben gesagt habe Menschen, die sich die Zuzahlungen zum Beispiel nicht leisten können für Medikamente oder eben auch frei verkäufliche Medikamente, die von der Krankenkasse sowieso nicht erstattet werden wie z. B. Leusenmittel oder so was dass man das eben auch zugänglich macht Menschen, Die eben finanziell nicht so gut gestellt sind.
00:07:53: da arbeiten wir mit den apotheken verschiedenen Apotheken zusammen.
00:07:56: Das ist noch ein drittes Dritte Standbein von der medizinischen Hilfe Soling
00:08:01: und seit wann sind sie jetzt in der Praxis ohne Grenzen dabei?
00:08:04: Also ich persönlich bin jetzt erst seit vier Jahren dabei, das heißt auf diese jahrelange Erfahrung wie über lieber Kollege kann ich nicht zurückblicken.
00:08:10: Ich muss aber sagen dass sich da schon ganz viele helfende Hände kennengelernt habe also nicht nur in der Praxis ohne Grenzen sondern auch übers Medi-Mobil werde arbeitet.
00:08:20: wir haben ja schon mal so einen Treffen auch gehabt wo alle zusammenkommen und da sieht man wie viele Menschen eben sich neben ihrer normalen Tätigkeit eben doch noch zusätzlich ehrenamtlich engagieren.
00:08:30: und wenn viele mithelfen ist es für die einzelnen Perspektive nicht ein so riesiger Aufwand, dass man das eben nicht neben seiner Tätigkeit in der Niederlassung zum Beispiel noch gewuppt kriegt.
00:08:40: Wir haben zwar auch ein paar die schon Rentnerinnen und Rentner sind aber das sind die wenigen also die allermeisten stehen noch voll in der Berufstätigkeit und machen das dann zusätzlich.
00:08:50: Wie groß ist das Team?
00:08:52: Wir haben fünfzehn Ärztinnen und Ärzte, die in der Praxis ohne Grenzen mitarbeiten.
00:08:56: bisschen weniger sind es beim Medienmobil, die da mitfahren.
00:09:00: Herr Dr.
00:09:00: Zenzis was... War denn das Ziel der Praxis ohne Grenzen?
00:09:04: Wie hat es damals angefangen.
00:09:06: Es hat ja mit dem Minibobil angefangen, was so ein bisschen aus Düsseldorf... Ach Quatsch!
00:09:11: Das haben wir auch... Ich war da in Düsseldov und habe mir das auch angesehen.
00:09:16: Ich war an verschiedenen Städten aber das haben wir als Wuppertal übernommen.
00:09:20: Da fuhr er schon zusammen mit einem Sozialmobil von der Tafel um warmes Essen zu verteilen.
00:09:25: Und da interessierte mich das auch schon Die medizinische Versorgung von Obdachlosen an den bestimmten Plätzen, damals gab es den Müllenhof noch oder Müllplatz.
00:09:37: Oder Schachbrett oder diese bestimmte Orte anzufahren und dort den Menschen die draußen sitzen Medizinische versorgen zu geben wozu aber auch was zu essen und zu trinken gehört.
00:09:50: also das ist nicht reiner Hitze oder Kältebus.
00:09:53: wir haben auch Getränke oder auch was Warmes an Bord, auch wärmende Sachen für den Winter aber auch ganz viele Schubladen mit Medikamenten.
00:10:02: Nur merken wir dann so mit der Zeit in dem Team
00:10:06: das
00:10:08: richtig chronisch kranke internistische oder allgemeinen medizinische Patienten damit nicht versorgt sind und dass wir das auch nicht auf der Straße leisten können, solche Rezepte auszustellen mit so einem kurzen Kontakt.
00:10:21: Teilweise ist EKG oder Blutabnahme erforderlich, teilweise die Ultraschall erforderliche ein ruhigeres Gespräch in dem ruhigen Raum mit dem alleine.
00:10:30: und dann guckt man sich so in Deutschland um großen Konferenzen, dass in vielen Städten solche Praxen aufgemacht wurden.
00:10:42: Wir waren also nicht die Erste, die das gemacht hat.
00:10:44: oder bin ich einfach mal dahin gefahren nach Mainz zum Professor Trabert und habe mir angeguckt wie er das so macht um hier alles richtig zu machen?
00:10:52: Ja!
00:10:53: Und wir haben sie das dann ja mit Räumlichkeiten... Es muss ja auch erstmal ein bisschen Geld zustande kommen bis man da wirklich da mal loslegen kann.
00:11:01: Wie waren da die Anfänge?
00:11:04: Ja, wir haben erstmal bei der Jugend- und Drogenberatung einen kleinen Raum gefunden.
00:11:10: Der ist mittlerweile aber schon abgerissen.
00:11:11: Da steht jetzt ein Kindergarten drauf.
00:11:13: Das war auf der Hansa-Straße angefangen Und die haben uns einen Raum zur Verfügung gestellt weil wir das in die Zeit getan hatten dass wir dringend den Raum suchen zur Versorgung medizinischer Bedürfnisse.
00:11:29: Interessanterweise wurde dann nie gefragt seitens irgendwelcher Kommunen oder Gesundheitsamt, wie denn so ein Raum aussieht wenn man medizinisch behandelt.
00:11:38: Weil in einer Praxis haben wir ja schon bestimmte Voraussetzungen die man erfüllen muss Arbeitssicherheit Hygiene und so weiter.
00:11:47: ich bin aber präventiv zu allen medizinischen Konferenzen.
00:11:53: das ist hier die kommunale Gesundheitskonferenz wo alle Mitarbeiter der Stadt Solingen damals eben die Klinik die Leitungen der Krankenkassen zusammen kamen und da habe ich das vorgestellt, dass wir das machen wollen.
00:12:11: Ich bin aber auch nach Düsseldorf zur Landesgesundheitskonferenz gefahren.
00:12:15: Das wurde mit Applaus angenommen, dass es so etwas gibt, dass die Menschen versorgt werden.
00:12:21: Und hab auch sogar mit dem was wir da tun dann den NRW Gesundheitspreis beantragt und auf denen haben wir gewonnen und der Gesundheitsminister, den ich jetzt nicht benennen will sagte, ich gebe Ihnen jetzt einen Preis dafür für was es eigentlich gar nicht gibt.
00:12:37: Jeder Mensch ist doch
00:12:38: krankenversichert.".
00:12:39: Ja das wäre dann genau der nächste Punkt zu dem ich kommen würde weil das war ja auch das was ich mir lange gedacht habe.
00:12:47: Es ist ja jeder zum Glück in Deutschland kranken versichert.
00:12:50: wir haben nicht so eine Situation wie man aus den USA kennt.
00:12:54: Ist doch alles super bei uns.
00:12:56: aber natürlich gibt es Beispiele und dass zeigt ja ihr Projekt, dass der Bedarf auch groß ist.
00:13:03: Dass es eben Leute gibt die nicht krank versichert sind und die natürlich trotzdem medizinische Hilfe benötigen.
00:13:09: Da vielleicht auch so ein bisschen was dazu... Was sind denn das für Menschen, die bei ihnen in der Praxis kommen?
00:13:15: Also wir nennen sie Menschen in besonderen Lebenslagen.
00:13:19: Wir
00:13:19: wollen auch niemanden irgendwie stigmatisieren oder in irgendwelche Schubladen stecken, denn da gibt es wirklich ganz verschiedene.
00:13:25: Ich weiß nicht ob Sie die Zahlen auch... ich habe nur von zwanzig-dreinzwanzig gefunden und das ist ungefähr seventy-tausend Menschen in Deutschland sind.
00:13:31: Genau,
00:13:31: das sind die Zahlen vom Statistischen Bundesamt, die basieren auf dem Mikrozensus bedeutet, es sind Eigenangaben der Leute.
00:13:39: Tagesschau schreibt zum Beispiel, dass man eher von einer Dunkelziffer von bis zu eine Million Menschen... Ja
00:13:44: genau.
00:13:44: Das ist wahrscheinlich das Dunkelfeld wie immer deutlich höher.
00:13:47: aber das ist was man so erheben kann und da mischen sich verschiedenste Menschen drunter.
00:13:52: die klassischen Wohnungslosen kennt man die wir ja doch mehr in der aufsuchenden Hilfe also mit dem Medi-Mobil betreuen.
00:13:57: aber manchmal kommen eben auch welche in die Praxis ohne Grenzen.
00:14:01: dann haben wir Menschen die waren mal selbstständig vielleicht privat versichert konnten ihre Beiträge nicht bezahlen.
00:14:06: uns sind dann irgendwie aus der privaten Krankenversicherung eben rausgefallen und müssen sich dann irgendwie durchschlagen.
00:14:13: Und dann sind es eben auch Menschen, die keine Papiere haben aus anderen Ländern hierher kommen, keinen Auf- und Halsstatus haben noch nicht oder unklar mit ihrem Asylverfahren sind.
00:14:24: Dann manchmal sind's einfach Leute, die so gering verdienen dass sie sich zur Zahlung zu Medikamenten oder sehr frei verkäufliche Dinge nicht leisten können.
00:14:35: Die kommen dann eben auch schon mal um da Hilfe zu.
00:14:37: bekommen.
00:14:39: Wie viele Patienten behandeln Sie so im Jahr?
00:14:42: Gibt es da irgendwelche Zahlen, kann ich mir das irgendwie vorstellen?
00:14:45: Ja also wir sind ja einmal in der Woche dort.
00:14:49: ungefähr zehn Bis zwölf Patientinnen und Patienten kommen in der Woche, also hochgerechnet so fünfhundert im Jahr wird man sagen.
00:14:56: Die werden dort sehen wobei das natürlich nicht alles neue Patientin und Patienten sind sondern es gibt auch welche die häufiger kommen müssen weil sie vielleicht chronische Wunden an den Beinen oder irgendwo anders haben die dann öfter zur Versorgung kommen oder welche die chronisch krank sind mit hohem Blutdruck oder Diabetes die dann regelmedikation brauchen die immer wiederkommen um sich ihre Medikamente verschreiben zu lassen oder sowas ne?
00:15:20: neue Patienten, aber manche auch wiederkehrend.
00:15:23: Und die Frage ist das kostet ja alles Geld?
00:15:26: Sie machen das ja ehrenamtlich, aber das ganze Equipment, die medizinischen Geräte, Medikamente eben da in der Tafel, die sie eben genannt haben... Das kostet ihr alles Geld!
00:15:38: Wer bezahlt denn
00:15:38: das?!
00:15:41: Das zahlen unsere Spender und das wird gut angenommen, aber da tingeln wir auf uns sitzen wir auch hier.
00:15:47: Aber wer geht auch woanders hin zu den Service Clubs?
00:15:51: Also ob Rotary oder Lions.
00:15:53: Lions unterstützt sehr stark die Arbeit vom Medium Mobil von der Praxis ohne Grenzen.
00:15:58: Dass es für die ein absolutes Muss, dass das finanziert wird so wie auch die Küche in Wald von der Schwester Betide Harman, weil die in Solingen sehr stark investieren.
00:16:10: und dann hält man seine Vorträge.
00:16:12: Und es wird weitergetragen, dass wir eine gute Arbeit machen und auch eine gute eins zu eins Versorgung, weil wir ehrenamtlich arbeiten.
00:16:20: Der Raum bei der Karitas kostet nichts sogar noch nicht mal Warmkosten.
00:16:24: Das heißt, wir haben keine Nebenkosten Und es geht alles in Medikamente und Versorgung der Patienten.
00:16:31: Das wissen viele auch, das ist nicht erst mal ein Dreißig Prozent in Aufwand dass das überhaupt da steht.
00:16:37: Wir haben einen ganz einfachen Raum im Ultraschallgerät was wir mal angeschafft haben ein EKG-Gerät, was wir von G.I.
00:16:44: geschenkt bekommen haben und unser Labor macht das auch zu Selbstkostenpreises also fast billiger als das Normale.
00:16:53: aber das muss man sich auch so Schritt für Schritt erkämpfen.
00:16:55: Das hört sich jetzt so selbstverständlich an.
00:16:58: Das ist über die Jahre gewachsen dass man sagt, dir helfen uns doch auch könnt ihr nicht auf etwas tun und dann sagt ja gut dann machen wir euch die ganzen Mutterpassuntersuchungen für einen guten Preis oder so.
00:17:13: Man muss mit den Leuten sprechen und dann kriegen... Sprichst du jetzt über die Fachärzte, die uns unterschreiben?
00:17:20: Nee.
00:17:20: Die Spenderfahrte eher gerade.
00:17:21: Man muss immer mit den Leute im Gespräch bleiben, dass man für das gesamte Spendengeld noch mehr kriegt, als wir in der normalen Praxis zahlen müssten.
00:17:35: Also dass wir mehr für den Euro kriegen und eine gute Versorgung so leisten können, ob wir die Medikamente teilweise weniger bekommen oder gespendet bekommen oder so weitergeben können.
00:17:48: wie gesagt weil die Geräte von Firmen sind und wir ehrenamtlich arbeiten sodass jeder gespendete Euro wirklich ankommt und nicht für irgendwelche Nebenkosten.
00:17:58: Weil sie einfach mit Leuten dann zusammenarbeiten, die auch vielleicht an das Projekt glauben.
00:18:04: Die Sie schon länger kennen wo sie Kontakte aufgebaut haben muss halt eben jetzt nicht nur eben um ökonomische Dinge geht sondern eben auch dass auch die Menschen von dem Projekt begeistert sind und einen Beitrag irgendwie leisten wollen.
00:18:15: Richtig genauso.
00:18:16: wir sind doch zu den Firmen hin gefahren haben teilweise eben Kurzvorträge gemacht meistens auch zu Weihnachten, dass man sagt danke für die Spende und auch kurz gezeigt.
00:18:28: So symbolische Spendenübergaben da gehen wir dann schon mal persönlich hin um uns zu bedanken Weil, dass die Firmen auch gerne natürlich sehen und die Mitarbeitenden auch.
00:18:36: Die gucken dann wofür haben sie das Geld jetzt gesammelt?
00:18:38: Und wo geht es denn hin?
00:18:39: Ja!
00:18:40: Und natürlich für eine in Solingen ansässige Firma.
00:18:43: Die freuen sich natürlich auch wenn Sie in Ihrer eigenen Stadt was helfen können Denn jetzt natürlich man kann auch bei Ärzte ohne Grenzen oder anderen internationalen Vereinen spenden, das ist auch eine gute Sache.
00:18:55: Aber wenn wir jetzt eben weiß in unserer eigenen Stadt gibt es auch Menschen die Hilfe brauchen und das Geld bleibt sozusagen vor Ort und kann hier Gutes tun.
00:19:04: Das ist für die Firmen immer erfreulich und für uns natürlich auch.
00:19:08: aber wir haben auch ganz viele Einzelspenderinnen, einzelne Spender, Menschen wo jemand verstorben ist oder anstatt für Blumengrenze eben für einen guten Zweck gesammelt wird oder Geburtstage feiern.
00:19:21: Da freuen wir uns natürlich immer auch, wenn Leute sich dafür entscheiden eben nicht den zehnten Blumenstrauß zum Geburtstag zu nehmen.
00:19:29: Sondern zu sagen ich habe ja eigentlich alles und ich könnte auch mit dem Geld anderer unterstützen die es dringend nötig haben.
00:19:35: Ja Sie haben eben angesprochen die Zusammenarbeit mit Fachärzten.
00:19:39: wie kann ich mir das vorstellen?
00:19:40: Wir können natürlich vor Ort in der Praxis nicht alles leisten, ne?
00:19:44: Das eine Stichwort sind die Schwangeren.
00:19:45: Da haben wir wirklich viele, die dann kommen.
00:19:47: Die brauchen natürlich eine frauenärztliche Begleitung in der Schwangerschaft.
00:19:52: Das können wir vor Ort nicht leisten weil wir eben auch die Ärzte, die bei uns arbeiten das kann Autopäde sein, der kommt, kann Hausarzt sein, kann eine andere Fachrichtung sein.
00:20:01: Das heißt wenn ich da jetzt als schwanger Person hinkomme, dann habe ich jetzt nicht unbedingt jemanden der sich gut mit ungeborenen Kindern auskennt.
00:20:09: Grundversorgung, Blutabnahme.
00:20:12: Machen erst mal ein Schwangerschaftsfest wenn da jemand kommt und machen dann die Weitervermittlung an Fachärztinnen und Fachärzte, die mit uns zusammenarbeiten.
00:20:20: Und da haben wir so eine Liste von den verschiedensten Fachrichtungen wo wir dann eben die Patientinnen und Patienten weiterleiten können über kleine quasi Überweisungen.
00:20:30: aber es ist natürlich keine wirkliche Überweisung.
00:20:32: Aber wo die dann wissen ah das ist jemand der war in der Praxis ohne Grenzen hat sich dort vorgestellt und ist sozusagen vermittelt worden dann machen die, schicken die da keine horrenden Rechnungen.
00:20:42: Sondern eben zum Basistarif machen sie ihre Untersuchung und die Rechnung gehen wieder an uns, an die Praxis ohne Grenzen und werden dort abgerechnet sozusagen.
00:20:51: Ja was mich jetzt noch weiter interessieren würde gerade zu den Kosten.
00:20:55: man kann sich ja als gesetzlich versicherte Patientin nicht so wirklich vorstellen was sowas eigentlich überhaupt kostet wenn man sich denn nicht wirklich Gedanken zu macht.
00:21:02: man hat seine Krankenversicherung beiträge aber sonst nochmal sich nicht groß Gedanken zu, könnte vielleicht so ein paar Beispiele nennen.
00:21:10: Das denn da zum Beispiel an Kosten anfallen und was das ungefähr kostet?
00:21:16: Ja sie zahlen ja auch Krankenversicherung für den Worst Case sprich dass man eine Dialyse kommen würde für Jahrzehnte eben oder dass man einer Chemotherapie bekommt die hunderttausende kostet.
00:21:27: Das kann ja alles passieren!
00:21:29: Das wird ja gesammelt in unseren Krankenkassen beiträgen.
00:21:35: Was wir machen, sind die Basic-Sachen.
00:21:40: Die kosten uns ja kein Geld, wenn wir in den EKG schreiben.
00:21:42: Ich könnte jetzt sagen was das nach Gebührenordnungsziffer, weiß ich nicht, fünfzehundert und zwanzig Euro sind oder einen Ultraschall vom Bauch oder der wie bei dreißig oder vierzig Euro nicht.
00:21:51: aber die bringen wir hier nicht auf sondern haben die Geräte da und wir machen eigentlich nur die Medizin also eine Basic-Medizin.
00:22:00: eine gute Versorgung ist, weil alles angesehen wird und alles gemacht werden kann.
00:22:06: Und Labor, Ultraschall, HHG da ist schon sehr viel.
00:22:11: was teurer ist die Medikamente.
00:22:13: Da kommen von sexive Apotheken immer die Rechnungen.
00:22:18: das sind dann die Chroniker die Blutdruckmedikamente nennen wie wir das eben schon alles hatten und Diabetes-Medikamente.
00:22:23: und dann wir zucken immer schon zusammen wenn dann irgendjemand kommt der ganz teure HIV medikamente braucht Und ganz dringend, und heute gestern die letzte Tablette genommen hat.
00:22:36: Den können wir auch nicht im Regen stehen lassen.
00:22:37: aber da müssen wir auch ganz schnell aktiv werden weil wir sowas auf lange Sicht nicht bezahlen können.
00:22:41: Da kostet dann kosten dreißig Tabletten tausend
00:22:44: Euro.
00:22:45: Dann sagen wir direkt immer stopp!
00:22:46: Da müssen wir für nächste Woche aber schon was besorgen und dann läuft es sehr schnell in den Posts zu schliessen.
00:22:52: Das ist ja
00:22:52: eine Absprache,
00:22:53: was geht um das Lichtjahr.
00:22:55: Ja, also auch so akut Situationen wo sie dann schnell handeln müssen.
00:23:00: Da finden sich dann auch oft Lösungen.
00:23:02: ja
00:23:02: auch wenn Sie dann mal was kosten.
00:23:04: nehmen wir mal eine Schwangere die war auch noch bei uns und wir haben ihr gezeigt wie das Herz des Kindesstätigen.
00:23:13: die war total glücklich und dann hat es auf einmal Blutung und das Kind ist abgegangen.
00:23:17: aber die muss dann in einer relativ kurzen Zeit in eine Gynäkologie.
00:23:21: da muss ich ins Krankenhaus die Patienten und die Reste entfernt werden, was ich jetzt erzünden kann und bluten kann.
00:23:29: Und da gibt es dann keinen Wenn-und-Aber, dann telefoniere ich so lange die Gynäkologen durch, wer das zu irgendeinem Satz hier in unserer Südpraktlinik war – und es hat auch geklappt!
00:23:38: Wenn man dann überall immer wieder sagt bitte stelle sie mich mal durch zu den Kollegen, dann irgendwann klappt es auch, weil da kann man auch nicht so lange warten.
00:23:48: Das ist ein Beispiel.
00:23:49: Aber das Normale Weit von neunzig Prozent sind halt die Medikamente und unsere Untersuchungen, die ja jetzt kostenfrei
00:23:57: sind.
00:23:59: Können Sie irgendwie grob abschätzen?
00:24:01: Ja wie groß eigentlich der Bedarf ist an dieser medizinischen Hilfe, die sie in der Praxis ohne Grenzen und im Medi-Mobil, die sich da leisten?
00:24:09: Weil man könnte sich hier sicherlich vorstellen dass wahrscheinlich sie gerne noch mehr machen würden, noch mehr Arbeitere investieren würden.
00:24:17: aber irgendwann ist es halt Geld Zeit und Ressourcen sind einfach begrenzt.
00:24:21: also Kann man da irgendwie grob abschätzen, wie groß der Bedarf eigentlich ist jetzt mal nur hier in Solingen?
00:24:28: Ja, er berührt irgendwo seckstellig so dass wir das schaffen.
00:24:32: Man kann ja immer nur so viel ausgeben, wie man auch gespendet bekommt und dann müssen wir auch manchmal sagen, das können wir leider nicht leisten.
00:24:38: Das geht nicht wenn wir das erreichen.
00:24:40: aber wir kommen eigentlich bei Haushalten ganz gut mit
00:24:42: dem Geld
00:24:44: weil wir alle sparsam sind.
00:24:45: Auch wenn gerade eine große Spendung reingekommen ist, dann verteilen wir das schön, dass wir alles bezahlen können.
00:24:53: Den Leuten ist das ja selber auch nicht so bewusst.
00:24:58: Durch eine WDR-Recherche kann das bezahlen, habe ich mal gehört dass zehn Prozent unseres Brotosozialproduktes in Deutschland verloren geht weil die Menschen schwarz arbeiten also deutsche Menschen auch und nicht nur Flüchtlinge.
00:25:12: Das wir ruhig dabei bleiben und dann zahlen diese paar Monate keine Krankenversicherung wissen aber nicht dass wenn sie wieder arbeiten gehen wollen, Schulden bei der Krankenkasse haben.
00:25:23: Und das ist immer das Problem was wir mit denen klären müssen... ...dass die jetzt für vier Monate erstmal nachzahlen müssen oder sechs Monate damit sie wieder normal in der Krankenversicherung sind.
00:25:32: und damit haben wir zu kämpfen und zu tun.
00:25:34: und es sind auch noch so Sozialarbeiteraufgaben die wir da so übernehmen.
00:25:39: Sie
00:25:39: übernehmen auch so bürokratische Sachen dann quasi und versuchen den Leuten dazu helfen?
00:25:43: Eine
00:25:43: große Bürokratie nicht.
00:25:45: aber wir klären erst mal auf wo sie überhaupt stehen und dass sie erstmal auch mit der Krankenkasse sprechen müssen, dass sie einen Sparplan machen.
00:25:53: Es gibt dann schon Sparpläne, das man über achtzehn Monate in Raten abbezahlen kann zum Beispiel.
00:25:58: Das ist individuell mit jeder Kasse abzusprechen.
00:26:01: Das es jetzt nicht gesetzlich vorgegeben ist...
00:26:06: Und
00:26:06: man bleibt aber für den absoluten Notfall immer in der Kasse versichert, indem man mal war.
00:26:11: Wenn sie jetzt von Auto laufen muss die Kasse das nur für den Notfall versorgen, aber danach nicht mehr.
00:26:17: und das versuchen wir den Leuten auch so klar zu machen und dass wir im Augenblick eine Basic Versorgung machen und dann nicht die besten Sachen verschreiben können Und ich hätte aber auch gerne noch was von kleinen Hustensaft oder sonst irgendwas, sondern dass wir wirklich das ja Blutdruckgut eingestehen.
00:26:33: Dass der Blutzucker gut ist, dass es den Patienten gut geht.
00:26:36: Das Herz versorgt ist die... Was sie dringend brauchen also was man nicht weglassen kann und von uns kriegen.
00:26:41: Aber das dann auch kein Wunschbaukasten ist bei uns, aber ich glaube das können wir ganz gut vermittelt.
00:26:48: Und mit den sozialen Fragen wo Sie das gerade ansprachen?
00:26:50: Wir haben ja noch das Gesundheitskiosk auf der Mummstraße in Soling die eben auch mehrsprachig sind was wie jetzt nicht sind ne Englisch klar können wir.
00:26:59: Google Translator benutzen wir auch wenn Menschen kommen deren Sprache wir nicht verstehen.
00:27:02: aber da ist noch ein bisschen mehr Zeit und Ressourcen auch eben um die Fragen was weiß ich Versicherung und andere Dinge Prävention, Rehabilitation auch für Menschen die vielleicht eine Versicherung haben oder aber eben auch welche diese nicht mehr haben und versuchen dort irgendwie Fuß zu fassen.
00:27:20: Was kann ich jetzt noch tun?
00:27:22: Und wie kann mir geholfen werden?
00:27:23: Da vermitteln wir dann natürlich auch schon mal weiter.
00:27:24: und auch die schwangeren in anderen Sozialbereichen wo denen da auch noch mit Kinderausstattung und so Sachen, die fehlen.
00:27:30: das können wir ja nicht leisten.
00:27:31: Wir machen nur den medizinischen Bereich.
00:27:34: Was sind das denn für Menschen?
00:27:35: Also wir haben jetzt eben schon geredet, wie kann es sein dass jemand nicht krank versichert ist.
00:27:39: Aber können Sie mal so ein paar Beispiele wirklich nennen also Lebensgeschichten Leute die sich vielleicht auch so ein bisschen geprägt haben oder die hängen geblieben sind natürlich alles datenschutzgerecht keine Frage können sie davon was erzählen.
00:27:52: Wir haben eben schon die Schwangeren angesprochen die wirklich auch einen großen Teil eben ausmachen weil da ist es ja nun auch dringlich dass die Versorgung dann zeitnah stattfindet Und die kommen dann erst zu uns, werden an die Gynäkologinnen und Gynädologen weiter vermittelt.
00:28:07: Dann steht natürlich irgendwann auch die Entbindung an.
00:28:10: Da haben wir eine Vereinbarung im Klinikum, dass sie dorthin gehen können zur Entbindung.
00:28:16: Dann wird zum festen Satz abgerechnet, dass das dann auch geklärt ist.
00:28:21: Das ist nochmal der eine Teil von denen, die wissen wie geht es jetzt weiter?
00:28:26: Wie kann ich das machen?
00:28:26: Weil das machen wir nicht vor Ort bei uns in der Praxis.
00:28:32: gibt es eben auch Leute, die schon über Jahre kommen weil sie chronische Wunden haben.
00:28:36: Die sieht man dann manchmal kommen die nicht.
00:28:39: und da muss man halt gucken wie man die Beine da meistens in das offene Bein versorgt mit Wundmaterial oder manchmal auch wenn die entzündet sind mit Antibiotika und eine längerfristige Versorgung regeln kann, dann die Leute, wie wir eben schon sagten, die regelmäßig Medikamente brauchen.
00:28:57: Die sieht man dann schon mal öfter wobei man sagen muss weil wir ja eben viele sind und man ist nur einige Male dran im Jahr sieht man auch nicht die gleichen Patienten immer wieder.
00:29:08: aber das sind so unsere Kundschaften die wir sehen und manchmal eben auch zugewandertet ohne bisher noch keinen Aufenthaltsstatus die dann kommen.
00:29:18: und wo man übersetzt, wo man erstmal feststellen muss was überhaupt das Problem Manche haben Kopfschmerzen, manche haben Rückenschmerzen.
00:29:23: Manche hat irgendeine andere Geschichte.
00:29:26: wo man erstmal vorausfinden muss ist das was wir jetzt hier akut klären können oder eben nicht.
00:29:31: So einen speziellen Patienten habe ich nicht im Kopf aber du hast bestimmt noch ein paar Geschichten auf Lager in zwanzig Jahren.
00:29:37: Dann würde ich doch mal gerne weitergeben.
00:29:40: Genau sie dürfen gerne.
00:29:40: Ja dann kommen natürlich Patienten.
00:29:43: es wäre für Studenten auch interessant zusammen... Ich hatte mal einen Ich sag bewusst Deutsch, weil er sehr verwirrt war.
00:29:52: Der Sprachkätzler war der deutsche Sprache mächtig aber sprach nicht so richtig.
00:29:59: Er wurde von einer Frau gebracht, eine Nachbarin.
00:30:02: Er ist immer schon so komisch und spricht nicht richtig und kauft nicht mehr ein, isst nicht mehr... Und ich hab den jetzt einfach mal hierhin gebracht, weil der auch schon nichts zum Arzt gehen kann, nicht krank versichert ist oder so bisschen Grunduntersuchungen.
00:30:15: Dann hatten wir einen Blutdruck von zweihundertsechzig zu hundertzwanzig.
00:30:19: Da habe ich gesagt, es ist eine hypotensive Entgleisung.
00:30:22: Deswegen können die so werden wie der sich da stellte und machte ganz normal wie wir das auch gelernt haben.
00:30:30: dann natürlich eine leichte Blutdrucksenkung mit einem Hub-Nitro, den man unter die Zunge sprüht.
00:30:35: Und er hatte nur eine leiche Blutducksenkungen von auf Zweihundertzwanzig.
00:30:40: Man soll ja nicht so stark selten, aber der viel mehr umlachter und sprach nicht mehr!
00:30:45: Ui, das kann es nicht sein!
00:30:49: Was hat der?
00:30:51: Dann müssen wir Blut abnehmen.
00:30:54: Weil das Krankenhaus schicken konnten wir den nicht weil ich hatte dem ja nur einen Hubnitro gegeben.
00:31:00: da kann man auch ein bisschen hinlegen und die Beine hoch dass es wieder kommt.
00:31:03: Dann haben wir Blut abgenommen und dann hatte der einen Schildrösenwert, ein TSH.
00:31:07: Nennen wir das.
00:31:08: die Leute mit Schilddrösen zu tun haben kennen das.
00:31:10: Das sollte eigentlich so zwischen zwei und drei liegen sagen wir mal von hundertfünfzig.
00:31:14: Das heißt er war so in eine Unterfunktion gerutscht dass der Blutdruck sukzessive hochgegangen ist, dass ich den quasi seinen letztes Überleben diesen Zwarlaßsechziger-Blutdruck mit dem Gespräch noch genommen habe völlig wegkippt.
00:31:28: Und dann haben wir angefangen, den also ganz langsam mit Blutdruck-Tabletten aufzufüttern und da habe ich auch... Entschuldigung!
00:31:34: Mit Schildrusen-Tabletten und auch zu füttern.
00:31:36: Da hab' ich sogar gesagt im Anfang bei zu Kollegen täglich weil das Herzrhythmusstörung machen kann wenn er so lange kein Schildrustenmedikament hatte dass sich die Verantwortung nicht übernehmen wollte, dass der Herzr rhythmusstörung umfällt und der konnte dann sogar zwei drei Tage ins Krankenhaus gehen.
00:31:55: Da war irgendeine besondere Regelung, weil er eben Herzbeschwerden hatte und dann kann man für so eine kurze Überbruchungszeit zum Ausschluss eines Herzinfarktes ins Krankenhaus.
00:32:04: Und der kriegte da auch seine Schilddosenmedikamente und die EKGs wurden gemacht, sodass wir weiter den Rest machen konnten.
00:32:10: Aber sowas erlebt man in der normalen Praxis überhaupt nicht – das gibt es überhaupt nicht!
00:32:15: Da werden die Blutwerte gemacht, da weiß man, dass ist in Ordnung oder es ist eine ganz leichte Abweichung und dann geht man eine leichte Schild-Dose-Tablette und kontrolliert das alle halbe Jahr bis einmal im Jahr.
00:32:24: Aber sowas gibt es eigentlich gar nicht, dass einer so entgleist in so vier Jahre dann nicht zum Arzt gegangen ist.
00:32:31: Also der wäre halt quasi immer zum Haus aufs Riegangen wär schon viel früher aufgefallen, weil er das wahrscheinlich schon vorher beschwerden hatte und das war jetzt ja quasi nur die Eskalation dieser Schildrosen unter Funktion.
00:32:43: Das würde mich das so ein bisschen zu bringen, was die Krankheitsbilder, die man da sieht.
00:32:48: Sie arbeiten ja auch normal in der Praxis... Sie haben jetzt gesagt, dass ist ein Unterschied, ne?
00:32:53: Das hätten sie so in der praktischen Normale nicht gesehen.
00:32:55: Was sind denn sonst noch für Krankheits Bilder, die da vielleicht besonders auftreten?
00:33:00: Also, was muss ich sagen?
00:33:01: Ein ausgeprägter Asthma-Bronchale, die auch draußen lebt und trotzdem rauchen können wir uns jetzt überschreiten, ob Aber woher da das Geld kommt?
00:33:12: Das kann ich jetzt nicht.
00:33:14: Sehr ausgeprägte Asmatiker, die immer dieses Preis brauchen und dadurch häufig auch Infekte haben, Blutdruckentgleisung sehr stark dann Diabetika, die leider dann auch Insulin brauchen was ihr eigentlich in Kühlschrank gehört den sie nicht haben, nicht unbedingt haben.
00:33:28: also wenn sie jeder dem muss leben.
00:33:32: Wo man wenigstens ab und zu mal die Blutwerte kontrollieren müsste Die kommen teilweise dann auch, aber so wie sie selber Lust haben sporadisch.
00:33:41: dann wenn wir sagen Sie müssen aber zur Kontrolle kommen.
00:33:44: Das sind dann solche Sachen die bei uns in der normalen Praxis regelmäßig kontrolliert werden weil sie eben diese Medikamente bekommen ob Blutdruckzucker oder Schilddrüse egal was.
00:33:56: Die müssen kontrolliert und gerade Nierenwert, Natriumkali um Entgleisung dass man da frühzeitig eingreifen kann.
00:34:04: Das kennen die ja gar nicht oder haben keinen Zugang zu, aber auch das zu erklären.
00:34:10: Und insofern muss man langsam anfangen mit einer Tablette mehr und noch eine Tablette.
00:34:15: und wir haben einige, die dann schon jetzt ihre vier fünf Tabletten kriegen und eigentlich gut eingestellt sind und auch kommen regelmäßig zur Kontrolle oder sich die verschreiben lassen.
00:34:25: Aber es hat auch gedauert bis da hingekommen sind und es kommt immer wieder neu wo wir wieder von vorne anfangen.
00:34:33: Aber das Spektrum der Krankheiten ist... nicht großartig viel anders.
00:34:38: Es ist nur sehr oft viel länger halt nicht behandelt, aber das was wir sonst sehen, Hauterkrankungen, Jukreis und klare Husten, Bauchschmerzen Sachen die kommen natürlich genauso.
00:34:52: nur man hat in der regulären Praxis wo man jeden Tag ist kann man natürlich schnell sagen ja gut heute nehme ich Blutab morgen habe ichs Ergebnis und dann schauen wir weiter.
00:35:00: und auch manchmal sind die Leute nicht gut erreichbar.
00:35:03: Fast jeder hat jetzt mittlerweile Mobiltelefon, aber man erreicht trotzdem nicht immer alle.
00:35:07: Vielleicht haben die nicht immer Verbindung oder nicht immer gut haben oder was auch immer.
00:35:10: Wenn man dann mal Kontakt aufnehmen will das sind alles so Barrieren, die man normalerweise in seiner eigenen Praxis nicht so hat.
00:35:16: Dann kennt man noch die Familie und ruft beim Zweifel der Tochter-Vater-Schwester an und versucht da Kontakt aufzunehmen dass wir die Möglichkeit haben, ob die Leute wiederkommen und die Empfehlungen, die wir aussprechen befolgen oder ob sich die Lebenssituation geändert hat.
00:35:32: wohnt woanders oder hat andere Dinge, das manche sehen wir auch gar nicht wieder und wissen natürlich dann natürlich nicht was draus geworden
00:35:38: ist.
00:35:38: Sie haben
00:35:39: auch
00:35:39: Patienten
00:35:40: die sie schon
00:35:41: quasi viele Jahre
00:35:42: betreuen?
00:35:43: Manche kommen schon über Jahre.
00:35:47: Was verlangt Ihnen das Ganze denn ab?
00:35:49: Weil es ist ja schon also viel Arbeit.
00:35:53: Sie machen das zusätzlich zu der normalen Arbeit, die sie so haben.
00:35:57: Ich bin immer sehr froh dass so viele Menschen allgemein in Deutschland sich ehrenamtlich irgendwie engagieren, was zusätzlich zum Alter quasi machen.
00:36:06: Aber das ist ja schon viel Arbeit irgendwie!
00:36:09: Wie kriegen Sie das alles so unter einen Nenner?
00:36:12: Ja, man muss sich die Zeit irgendwo hernehmen.
00:36:15: Bei mir ist eben auch erst die Möglichkeit gekommen wenn man sagt ich arbeite und ich habe auch noch eine Familie.
00:36:20: Irgendwo muss man die Zeit ja her nehmen.
00:36:22: bei mir ging es eben erst als die Kinder ein bisschen älter waren.
00:36:24: und das große Bewunderung für Leute die das auch schon in der Lebensphase schaffen weil da hat man eben dann noch einen Block mehr wo man das irgendwie zusammenbringen muss.
00:36:35: aber es ist ja nicht nur so dass es was von einem verlangt sondern es gibt einem ja auch etwas also klar wir können auch im normalen Alltag Menschen helfen in unseren Praxen.
00:36:43: Aber die Leute sind ja, wie sie es gesagt haben, die sind ja im Grunde versorgt und manchmal ist es eher dass man sich denkt ein bisschen mehr, sagen wir mal Freude darüber das man in so einem System lebt wo die Krankenkasse alles übernimmt und wo es nur ganz selten dazu kommt, dass man sagt muss tut mir Leid, der Hustensaft wird nicht von der Krankenkassel übernommen, das müssen Sie schon selber bezahlen.
00:37:03: Das kommt ja selten vor und da ist manchmal gar nicht das Gefühl bei den Leuten dafür da in der allgemeinen Praxis, was es eigentlich für ein Glück ist wenn die Gesundheitsversorgung eben normalerweise nichts kostet.
00:37:13: Und dass wir auch Menschen helfen können denen es nicht so gut gibt, macht ja auch etwas mit einem selber.
00:37:19: Das Bild wird wieder ein bisschen gerade gerückt, weil man das Gefühl hat, es gibt nur Menschen sich darüber beklagen obwohl sie eine gute Krankenversicherung haben, dass irgendwie dies und das nicht geht.
00:37:29: Nein!
00:37:30: Es gibt auch Menschen, die sind sehr dankbar hilft, auch wenn es eben und das ist das was es mit mir manchmal auch macht.
00:37:36: Ich kann nicht für jeden alles machen in der Praxis ohne Grenzen die Ressourcen sind nicht dafür da.
00:37:41: ich sehe die Leute nicht regelhaft genug und ich muss mit einer Basisversorgung ausreichen.
00:37:47: Es muss für die Menschen ausrechnen, das tut mich natürlich leid weil es ist eine zwei-klassen Gesellschaft dass ich sage meinen eigenen kranken versicherten Patienten den kann ich die und die behandlung anbieten und in der praxis ohne grenzen ist es eben ne basisversorgen aber es ist wenigstens ne basisversorge.
00:38:00: das schaffen
00:38:01: wir.
00:38:03: Man kann das Ganze auch so ein bisschen negativ darstellen und sagen, ja sie helfen Leuten die es eigentlich selber schuld sind.
00:38:13: Die haben Fehler gemacht, die sind quasi Schuld da.
00:38:17: wo sie jetzt sind ist dass auch ihre Wahrnehmung weil das Bild was man manchmal bekommt von dieser Thematik von diesen Menschen Wie nehmen Sie die Leute da jetzt in der Großzahl?
00:38:31: Sind das Leute, die ja selbst verschuldet, da jetzt gelandet sind oder sind das manchmal auch einfach schwere Schicksale.
00:38:41: Das kann man gar nicht so bei einem Kamm scheren.
00:38:42: Es gibt welche, die uns auch ausnutzen.
00:38:46: ist wie bei der Tafel so, weil sie den Pass haben mit dicken Autos vorgefahren kommen und trotzdem noch Lebensmittel abholen.
00:38:55: Wir arbeiten ja mit der Tafe zusammen und fahren mit dem Minimobility-Tafel an.
00:38:59: Das ist im Prinzip ein ähnliches Knieentheel.
00:39:02: Und es gibt welche, die wirklich arm sind und froh sind, dass sie Lebensmittel haben genauso wie bei uns, dass Sie froh oder versorgt sind und basic versorgt haben.
00:39:11: Wir arbeiten ja auch vor allen Dingen noch analog.
00:39:14: D. h., wir schreiben jedes Rezept mit einem Kugelschreiber und kein Computer, sodass die Angst vor dem digitalen weg ist, weil wenn ich in eine normale Praxis gehe dann hat MFH, die Arzt-Helferin ja nur die Möglichkeit eine Karte zu lesen damit man später ein Rezept machen kann oder sie kann ihn nur privat anlegen.
00:39:34: Dann entstehen Privatleistungen oder Privatschiffon oder Privatrezepte wo die Menschen natürlich große Angst vor haben.
00:39:40: und insofern glaube ich ist das bei uns eine gute Sache dass wir analog arbeiten nur mit Karten und uns nur das wichtigste aufschreiben was der Kollege Feuergewoche gemacht hat oder was er geschrieben und was er gemessen hat.
00:39:52: Aber wir sind zu nichts verpflichtet, das finden wir sehr gut.
00:39:55: Deswegen macht es auch Spaß!
00:39:56: Wir haben keine Leistungsziffern, wir haben keine Diagnosenziffer in ICD heißt das.
00:40:02: Wir müssen überhaupt nicht diesen ganzen Bürokratie Mist machen der uns so in der Praxisarbeit um sicherlich fünfzehn bis zwanzig Prozent kostet damit das digital alles läuft bei uns Oder wieder abstürzt oder nicht läuft.
00:40:16: Also das haben wir gar nicht und das ist eine sehr schöne Sache, weil ganz anders zu arbeiten.
00:40:21: Aber Schuld?
00:40:21: Nein also mit Schuld und Sühne arbeiten wir gar nichts bei uns.
00:40:26: Und wie ich eben schon sagte, natürlich wenn jetzt jemand ankehme und hat dann einen Riesenkatalog von Sachen die er oder sie gerne hätte den müssen wir denn schon sagen Wir machen eine Basisbetreuung und das was jetzt notwendig ist Schmerzmittel gegen Schmerzen Medikamente gegen chronische Krankheiten so etwas ist möglich.
00:40:43: aber natürlich kann sich bei uns keiner gebiss oder sowas reparieren lassen.
00:40:48: Wenn das nicht ein akuter Fall ist Dann vermitteln wir auch an die Zahnärzte und Zahnerzte weiter klar und nein, ich habe nicht das Gefühl dass da jetzt viele Leute kommen die versuchen irgendwelche Leistungen abzugreifen die sie nicht brauchen.
00:41:01: Herr Dr.
00:41:01: Zenzes Sie haben eben gesagt dass es ganze durch Spenden finanziert wird.
00:41:06: wenn sie jetzt mehr Finanzmittel zur Verfügung hätten was würden sie denn dann noch ja mehr machen in der Praxis ohne Grenzen?
00:41:13: Wo würde das Geld quasi hinfließen?
00:41:15: Dann könnten wir natürlich groß über behandeln oder mehr Medikamente geben öfter eine Kontrolle zum Beispiel bei einem Hirntumor einen CT machen, ein Beispiel oder Röntgen lassen.
00:41:30: Da trauen wir uns ja auch gar nicht so dran, MRTs, CTs weil das alles sehr teuer ist kriegen wir zwar auch zu Sonderpreisen, weil wir es wenig machen.
00:41:38: da können wir natürlich viel freier und offener auch überweisen und zur Fachkollege schicken die untersuchen die aber eben weil sie uns nicht kennen nichts kostenlos arbeiten sondern reduzierten Satz.
00:41:53: Das wäre natürlich schön, wenn man da mehr machen könnte oder zwar nicht das ganze Gewiss aber wir können beim Zahnarzt auch immer nur nach Rücksprache die akuten Schmerzen behandeln lassen und On top ein bisschen besser, aber vielleicht ist es für uns auch ganz gut da geerdet zu sein.
00:42:11: Weil das sind für mich Spendengelder dass man da Verantwortung voll mit umgeht und eben nicht so breit streut.
00:42:18: oder so sind wir alle groß geworden und so sind ja auch alle drauf in die Arztheferin und auch die fünfzehn Ärztinnen die da arbeiten, dass man das zusammenhält weil es könnte ja auch mal einer kommen der wirklich brauche.
00:42:34: Ich hatte mal ein Kind, was eine Neutronenbestrahlung in Essen brauchte und die kostete dreißigtausend Euro.
00:42:41: Und der war definitiv nicht krankenversichert und wäre sonst verstorben.
00:42:45: Dann haben wir uns über Firmen, die wir angesprochen haben Gelder geliehen weil die dann auch für ausländische Patienten immer noch so einen Grundstock haben wollen, wenn mal was ist das finanziert ist.
00:43:01: Das konnten wir überhaupt nicht leisten.
00:43:02: also die Krankenhäuser nehmen ja auch aus anderen Ländern so Privatpatienten auf dass es ein ganz anderes Thema.
00:43:08: aber das geht so ein bisschen in den Bereich.
00:43:10: Wenn wir denen da ins Krankenhaus schicken kann ich nicht sagen nur diese Bestahlung und direkt wieder raus sondern sie müssen selber entscheiden wie lang behandle ich diesen Patienten dann habe ich ihn im Prinzip abgegeben.
00:43:20: Aber da hab' ich gesagt Da würde ich die dreißigtausendmal für einen Menschenleben, der sterben würde ausgeben.
00:43:29: Aber ich glaube das ist auch im Sinne des Spenders.
00:43:32: Eindrucksvolles Beispiel!
00:43:34: Ich wollte jetzt noch gerne so ein bisschen darüber reden was es denn eigentlich braucht um so'n Projekt auf die Beine zu stellen?
00:43:42: Ich habe nachgelesen nochmal sie haben ja das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen, das sagte damals Oberbürgermeister Tim Kurzbach.
00:43:52: Wir dürfen nicht im Sessel sitzen und sagen man müsse etwas tun wir müssen aufstehen und etwas
00:43:57: machen.".
00:43:58: Und ich finde was jetzt hier beide erzählt haben ist halt so ein Beispiel für ein Projekt dass in die Tat umgesetzt wurde weil man hat ein Problem gesehen und nicht gesagt Mensch es ist aber blöd da sollte mal jemand etwas machen oder sich ein bisschen auseinandergesetzt haben, aber dann doch irgendwie gesagt hat ja es ist nicht mein Problem.
00:44:20: Ich habe vieles anderes zu tun und ich hab viele Verpflichtungen, viele Arbeit zu erledigen sondern sie sind eben hingegangen und haben gesagt okay da machen wir jetzt was!
00:44:29: Und das sehe ich bei ganz vielen Leuten die das machen also die einfach viel mehr Engagement zeigen als von ihnen eigentlich verlangt wird im Leben.
00:44:39: Das Gefühl, so ein System, so eine Land, so ne Demokratie lebt eben auch von solchen Menschen.
00:44:44: Was braucht es denn um diesen Schritt zu gehen?
00:44:48: Diesen Mut auch zu haben?
00:44:51: Man muss es einfach durchziehen und wirklich vor Ort gehen und sagen ich übernehme mir zum Medium Mobil wir fahren damit jede Woche setze einfach darauf, dass ich Kollegen finde.
00:45:05: Die sagen komm einen Dienst mache ich auch mal und dann sagt der andere auch das ist ganz interessant.
00:45:10: Das sind auch ganz andere Kollegen die im Medi-Mobil arbeiten mit den Rotkreuz Leuten die das fahren und auf warten das Auto auch eben ehrenamtlich und netterweise die dann aber sagen auch dann mach' ich noch was medizinisch Aber ich muss mich nicht darum kümmern, wie das organisiert wird.
00:45:29: Und ich sage eben handeln stattreden.
00:45:31: Ich handle einfach und fahre dieses Mobil und kriege dadurch, weil man eben handelt, Hilfe.
00:45:38: Die kommt automatisch, habe ich im Leben immer erfahren in allen Vereinen... Wo ich so tätig bin, wenn man einfach hinfährt und handelt.
00:45:45: Und was hinbringt wissen die Spender auch der bringt das Geld oder die Versorgung eins zu eins zu den Leuten und die Kollegen eben wissen auch der macht dann eine vernünftige Sache denn wir haben ein großes Kolleginnen Team.
00:45:59: Aber wenn man so wie du begeistert ist von aller Sache, dann kann man ja auch andere begeistern.
00:46:04: Das
00:46:04: ist sicherlich auch ein bisschen Punkt dass man einfach, wenn man selber überzeugt ist vor einer Sache und die dann mit vorher Alpha angeht, da kann man auch andere davon überzeugen.
00:46:14: uns das wirklich.
00:46:15: wir haben von Leuten die sagen die zwei Dienste reichen mir im Jahr mehr schaffe ich nicht bis hin zu welchen die mehrere machen oder eben auch eine von unseren Mitarbeiterinnen die kümmert sich auch noch um die Spenden dass das irgendwie abgerechnet und verbucht wird.
00:46:33: Wir beide machen ja den Vorstand vom Verein, da muss man natürlich viele administrative Dinge nebenbei tun und insofern gibt es eben verschiedene Bereiche wo Menschen arbeiten und die einen haben eben ein bisschen mehr Zeit oder auch ein bisschen eher Möglichkeiten und andere haben eben nur ein bisschen weniger Möglichkeiten.
00:46:48: und wenn man aber einfach mit vielen ist und dann noch so ein Schlachtraus sage ich mal an was alle Fäden in der Hand hält und zwanzig Jahre Erfahrung, dann läuft er lang Und dann funktioniert es auch.
00:47:00: Alleine kann man das nicht schaffen, aber natürlich braucht mal jemanden der wirklich auch Power hat und das hast
00:47:06: du ja.
00:47:07: Ja, da kann ich als Beispiel jetzt... Ich will nichts böse drüber abziehen.
00:47:11: Das stand aber ja auch in der Zeitung.
00:47:14: In der Wuppertaler Rundschau, dass da das Medibobil an der Tafel zwei Ärzte noch hat die überhaupt nur fragen?
00:47:21: Und die fahren auch nur neuen Portal nicht mehr in Rämscheid, weil da hat sich auch keine Arzt mehr gefunden.
00:47:27: In der Räamscheide hat die Praxis so eine Grenze zugemacht, weil keine Patienten und keine Ärzte sich gefunden haben... ...und dann merkt man dran mit welcher Wehrmens wir das im Team... ...fünfzehn Ärztepraxe oder Gänzen
00:47:37: und
00:47:38: ca.
00:47:38: fünfzehreizend Ärzten, medi- mobil und dann doch die Rotkreuzleute, die das auch mit Enthusiasmus machen.
00:47:46: Insoling zusammengekriegt haben, weil wir wissen im Team schaffen wir das.
00:47:51: Man merkt einfach wenn man in dem Team drin ist auch wenn man mal ausfällt oder krank ist dann machen sie es die anderen und dann helfe ich wieder oder ich finde irgendwas zu Hause was ich noch mitbringen kann oder krieg medicamente gespendet.
00:48:03: das spricht sich auch dann rum dass auch nicht Medikamente weggeworfen werden was absolut verboten ist die eigentlich so abzugeben.
00:48:10: aber wir tun das einfach Handeln statt Reden.
00:48:16: sage, dass es dann nicht heißen kann knast sondern wir haben ja eine Apothekenhoheit.
00:48:22: Sondern die Apotheke sogar auch sehen das wir damit was Gutes tun und das dann glaube ich ganz ganz viele
00:48:29: Menschen einfach in Auge zu drücken.
00:48:31: Vielen Dank für ihre Arbeit zum einen aber auch für dieses Gespräch wie Ihre Zeit hat mir sehr viel Spaß gemacht.
00:48:36: Danke gleichfalls.
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