Was die große Gesundheitsreform für Krankenhäuser bedeutet
Shownotes
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat den Entwurf einer großen Gesundheitsreform vorgelegt. In dieser Sendung diskutieren wir mit der Leitung des Solinger Klinikums, wie dieses Gesetz zu bewerten ist, was sich für Krankenhäuser verändern würde und wie Alternativen aussehen könnten.
Aufgenommen am 28.05.26 gegen 18Uhr.
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Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:00: Herzlich willkommen bei Deutschland, deine Demokratie.
00:00:04: Mein Name ist Marc Hamacher und ich spreche hier alle zwei Wochen mit spannenden Gästen rund um Demokratie und Politik.
00:00:09: Ich bin hierum etwas zu lernen von Menschen die mich interessieren und über Themen die ich für relevant halte.
00:00:14: Heute soll es um Gesundheit gehen.
00:00:16: Viele haben das sicherlich mitbekommen dass auf Bundeseben aktuell große Reformen im Gesundheitsbereich anstehen eben um die Kosten unseres Gesundheitssystems zu senken.
00:00:25: Um diese aktuelle Thematik aus möglichst vielen Perspektiven beleuchten zu können, habe ich mit der Leitung des Klinikum Solingen gesprochen als eines großen Krankenhauses in Solingen und zwar mit gleich vier Gästen auf einmal.
00:00:35: Geschäftsführer Prof.
00:00:36: Dr.
00:00:36: Martin Eversmaier, mit dem ärztlichen Direktor Prof.
00:00:39: Doktor Boris Pfaffenbach, mit der Pflegedirektorin Heike Zinn und auch mit dem Kaufmännchendirektor Kai Sturmfeldts.
00:00:46: Passt dazu kann ich noch mal die Episode mit der leitung des EVK-Metman empfehlen wo wir im Detail über die Gesundheitsreform von Karl Lauterbach gesprochen haben.
00:00:55: Grundsätzlich gilt diese Gespräche in MedBahn und auch jetzt hier in Solingen finden mit lokalen Ansprechpartnern statt zu betreffen, aber eigentlich alle Kliniken und alle Menschen in Deutschland.
00:01:05: Also sind bundesweite Themen die hier nur an lokalem Beispielen an Fällen des Alltags klargemacht werden sollen und eben aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden sollen.
00:01:16: Hier wird kein Fokus auf Regionalpolitik gelegt sondern vielmehr geht es mir darum das Bigger Picture zu überkennen und viele Perspektive abzudenken.
00:01:24: Viel Spaß!
00:01:25: mit der Folge.
00:01:31: Mein Name ist Prof.
00:01:33: Dr.
00:01:33: Martin Eversmeyer, ich bin seit Jahrzehnte im Klinikum.
00:01:39: Vorher habe ich auch schon große kommunale Krankenhäuser, auch saniert geleitet.
00:01:46: Ich hab mal studiert in USA und auch in Deutschland Gesundheitsökonomie Medizin Medizinwissenschaften habe da drin auch promoviert und bin seit einigen Jahren auch in Berlin Professor an einer Hochschule für Gesundheitsökonomie, Pflegewissenschaftens usw.
00:02:07: Und es macht mir hier weiterhin viel Spaß obwohl die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen leider immer schlechter werden.
00:02:14: und auch im Krankenhausbereich denke ich dass wir trotz allem sehr erfolgreich in den letzten Jahren waren.
00:02:21: Ja, mein Name ist Professor Boris Pfaffenbach.
00:02:24: Ich bin hier im Klinikum seit der Zeit auch Chefarzt der Klinik für Gastroentologie.
00:02:33: Damals war es noch mit allgemeine innere Medizin.
00:02:36: Im Laufe der Jahre haben wir die Inhalte etwas gedreht.
00:02:38: jetzt ist eine Kliniker Gastroenterologie und Onkologie geworden mit einer Chefärztin auch für Onkologie.
00:02:44: Ja, zu meinem Werdegang.
00:02:45: Privat ist es also so, dass ich in Sohlingen wohne als Kinder noch klein waren und wohnen neben uns mit.
00:02:52: dabei sind die alle ihre Wege gegangen.
00:02:53: Also wir wohnten noch zu zweit meine Frau nicht in Sohlingen.
00:02:56: Und ja beruflicher Wendegang ist so das ich zuvor sechs Jahre Chefarzt in einem anderen Krankenhaus bei Aachen war.
00:03:04: Von Haus aus bin ich Internist, habe zur zweiten Bildung zum Gastro-Untologen gemacht und zu ein paar kleinere andere Weiterbildungen die man im Laufe der Jahre noch erwirbt.
00:03:12: Und meine akademische Heimat ist die Uni Bochum, bei der ich auch weiterhin verbunden bin.
00:03:22: Mein Name ist Heike Zinn,
00:03:23: ich bin hier die Pflegedirektorin und bin gefühlt schon immer hier im Klinikum Soling seit thirty-fünf Jahren.
00:03:29: Ich habe nur meine Ausbildung in der anderen Stadt gemacht.
00:03:32: ansonsten war ich
00:03:33: immer hier
00:03:34: Und bei mir stand die Familienplanung
00:03:36: im Vordergrund
00:03:37: und war erst mal am Anfang hier.
00:03:39: keine Schwester auf verschiedenen Stationen und im weiteren Verlauf hab' ich dann Pflegemanagement in Bachelor & Master studiert und bin dann irgendwann in der Pflegedienstleitung als Pflege-Dienstleitung einfach beschäftigt gewesen.
00:03:55: Und ich bin jetzt seit im Jahr ist
00:03:57: die Pflegedirektorin Kall Sturmfels.
00:04:01: Ich bin seit dem ersten, erst den Kaufmännischen Direktor hier im Hause.
00:04:07: ... hab davor über fünfundzwanzig Jahre den Aufsichtsrat geleitet und war Mitglied des Aufsichtrats, das kam also eher aus der Strategie-Ecke oder aus der strategischen Sicht oder der strategischem Begleitung des Hauses.
00:04:21: Und habe jetzt mal gewechselt in die operative Verantwortung, die mir insbesondere im Team großen Spaß macht.
00:04:29: Ja!
00:04:30: Wir gucken eben, dass wir das Haus gemeinsam weiterentwickeln und erfolgreich machen.
00:04:35: Legen wir mal los?
00:04:36: Vielleicht... Fangen Sie noch mal, sagen sie noch ein paar Worte.
00:04:39: Mich würde noch interessieren aus Ihrer Perspektive wie würden Sie das Klinikum selber vorstellen?
00:04:43: Was macht Ihnen jetzt das Klikum?
00:04:44: besonders ist ja immer die Frage die Abgrenzung zu anderen Krankenhäusern also zum Wald- und Wiesenkrankenhaus, der Abgrenzungen zur Uniklinik.
00:04:51: Okay, wir bezeichnen uns als Maximalversorger.
00:04:57: Man muss dazu sagen das sind Begriffe ja die gibt es durchaus sie sind aber jetzt nicht mehr so richtig gesetzeskonform.
00:05:06: einige Bundesländer haben die noch.
00:05:09: was ist jetzt ein Maximal-Versorger?
00:05:12: also wie der Name schon sagt man bewegt sich eigentlich im Maximalbereich der Medizin.
00:05:20: Da drüber hinaus gibt es die Unikliniken hier in Deutschland.
00:05:25: Wir würden uns also etwas unterhalb der Uniklingen einstufen.
00:05:32: Und wie würden Sie es denn sagen?
00:05:33: Es kennen ja viele rote Zahlen jetzt von Krankenhäusern, vielen Krankenhäuser an denen es eben sehr schlecht geht was man in der Presse immer liest.
00:05:42: Wie geht's denn im Klinikum Soling?
00:05:45: Ja wir sind gut durch die Corona-Pandemie durchgekommen.
00:05:50: Dann hat uns ein bisschen in dem Sinne auch positiv überrascht, dass die Krankenhäuser um uns herum geschlossen wurden.
00:05:57: Das ging sehr schnell im Jahre dreiundzwanzig.
00:06:01: Im Jahre vierundzwzig haben wir dann sehr viele Mitarbeiter eingestellt von diesen Krankenhäusern.
00:06:09: Ich bin im Nachhinein betrachtet muss ich sagen das war immer noch eine richtige Entscheidung weil sonst hätten wir die zusätzlichen Patienten nicht behandelt können.
00:06:19: Das war auch eine durchaus schwierige Zeit für uns.
00:06:23: Wir mussten einen Umbau, ein Investitionsprogramm innerhalb von einem halben Jahr durchführen, von an die an zwanzig Millionen Euro.
00:06:32: also er hat sich sehr viel getan.
00:06:34: das hat zu einem ganz leichten Verlust im Jahre vierundzwanzig geführt weil wir da viele Anlaufkosten hatten eben sehr viel Personal eingestellt haben.
00:06:46: Brandschutz bis Ende des Jahresjahres, Jahr zwanzig zusätzliche Belastungen.
00:06:50: Also wir haben auch im Jahr zwanzig der Jahresabschluss ist noch nicht ganz durch aber wird eine rote Zahl schreiben Nicht dramatisch Wir sind im Moment wieder in den schwarzen Zahlen.
00:07:06: Wir hoffen mal dass das so weitergeht.
00:07:08: Aber ich denke sie kommen gleich nochmal zu weiteren Dingen die die Bundesregierung jetzt so in Planung hat die noch richtig übel werden können.
00:07:17: Aber ansonsten haben wir jetzt diese Umstrukturierungsphase gut gemeistert.
00:07:23: allerdings muss man wirklich wissen, man muss da selber Geld in solchen Umstrukturierungen mit einbringen wenn wir dann nicht die Rückendeckung der Stadt gehabt haben.
00:07:33: also wir haben von der Stadt kein Geld bekommen in dem Sinne keine Geschenke aber eine finanzielle Absicherung auch für diese Investition Ja und eben, ich sag mal eine geringe Verlustsituation möchte man ja auch nicht haben.
00:07:50: Aber die war eigentlich unumgänglich weil die Leistung nur erstmal sukzessive gestiegen ist.
00:07:57: also die Anzahl der Patienten.
00:07:59: mittlerweile haben wir fast dreißig Prozent mehr Patienten als vorher aber wir haben auch über dreißzig Prozent mehr Personal eingestellt.
00:08:09: Mich würde jetzt noch interessieren Womit macht das Klinikum eigentlich Geld?
00:08:13: Können Sie mal ein paar Beispiele nennen, also was ist jetzt profitabel und womit machen wir vielleicht eher sogar Verlust.
00:08:20: Ja die Bereiche gibt es in der Tat.
00:08:22: ich will mal mit den Cash-Cows so nett man das ja Neudeutsch beginnen.
00:08:27: da ist sicherlich die Kardiologie zu nennen, auch eine der größten Kliniken die wir haben.
00:08:33: Aber auf die Klinik von Professor Pfaffenbach also die Gastroenterologie das sind die Cash-Course, also die innere Medizin, die Geriatrie würde ich auch dazu zählen und die Unfallchirurgie auch damit verdienen wir Geld.
00:08:48: es gibt auf der anderen Seite aber auch Bereiche Die sind schwierig.
00:08:53: Und da haben wir eben ein anderes Verständnis als kommunal geführtes Haus oder als kommunales Haus, als die privaten Träger und das spreche ich insbesondere
00:09:04: in
00:09:05: die Geburtshilfe an.
00:09:08: mit dem man traditionell eigentlich kein Geld verdienen kann.
00:09:12: Das muss also quer subventioniert werden, das ist aber eine bewusste strategische Entscheidung die wir da in der Bereich auch getroffen haben weil wir schon möchten uns als Gesundheitsdienstleister der Solinger und Solingerinnen verstehen, da wir auch weiterhin möchten dass es Solinger-und-Solingerinnen gibt, die in Solingen geboren sind hat das für uns einen hohen strategischen Wert.
00:09:32: Und ich will noch einen zweiten Bereich nennen, der ähnlich schwierig ist in der Finanzierung.
00:09:37: Das sind die Kinderheilkunde also auch die Kinderabteilung.
00:09:41: Auch das ist jetzt am Solinger Klinikum kein Unikat sondern das gilt für alle Krankenhäuser in Deutschland.
00:09:48: Das ist ein problematischer Bereich aber auch da haben wir ganz klar eine strategische Entscheidung getroffen.
00:09:55: Weil wir eben für alle Solinger da sein möchten von jung bis alt, ist es uns sehr wichtig auch eine Kinderabteilung vorzuhalten mit einer Intensivstation.
00:10:05: Die dann eben als Komplementär-Abteilungen gerade für die Geburtshilfe sehr wichtig sind.
00:10:10: Das sind so die Bereiche, die wir dann eher quer subventionieren aber das tun wir gerne.
00:10:16: Okay könnte man denn nicht vielleicht auch da eine Lösung finden dass dieses Quersubventionieren in dem Sinne gar notwendig ist, weil das ja quasi jetzt auch von ihren Moralvorstellungen abhängig was sie machen oder nicht.
00:10:32: Weil ich würde sagen wenn es sich finanziell nicht lohnt dann gibt sicherlich auch Häuser die sagen nein machen wir eben nicht, auch wenn's vielleicht schön wäre.
00:10:40: Ja das ist schwierig und ich glaube wenn wir jetzt die Eigenkapital Renditen erzielen müssten, die ein privater Träger vorgibt, dann hätten wir sicherlich Schwierigkeiten solche Abteilungen am Leben zu erhalten.
00:10:55: Die würden es im Zweifel nicht tun.
00:10:58: Wir können aber strukturell wenig verändern, da müssten wir also schon oder müsste der Gesetzgeber die gesamte Finanzierungssystematik ändern.
00:11:06: Das liegt halt daran.
00:11:08: Sie kennen das wahrscheinlich die Fallpauschalen.
00:11:10: Die DIGs sind halt... Ja, sie haben halt eine bestimmte Fallschwere in der Geburtshilfe, in der Behandlung von Kindern und da ist es eben traditionell dass die die fallschwäre relativ niedrig.
00:11:24: Das heißt, mit anderen Worten die Vergütung ist relativ niedrig.
00:11:28: Da müsste der Gesetzgeber eben tatsächlich dafür sorgen dass in den Bereichen ja die DIGs anders vergütet werden.
00:11:35: dann könnte man das dieses Paradoxum
00:11:38: aufheben.
00:11:39: solange das nicht passiert können wir da wenig machen macht es auch keinen Sinn die die Fallzahlen zu steigern weil eben die Vergütung unterm Strich nicht kostendeckend oder nicht annähernd kostendecken ist.
00:11:50: das ist eben das Problem.
00:11:51: wo es die Systematik gibt, werden wir da kaum was machen können.
00:11:56: Sondern müssen das eben einfach so akzeptieren?
00:11:59: Ich verstehe.
00:11:59: Herr Professor Pfaffenbach!
00:12:01: Was ja große Schlagzeilen gemacht hat auch hier in Soling ist eben dass im Klinikum in der Notaufnahme sogar mehr Patienten im letzten Jahr glaube ich behandelt wurden als in der Uniklinik in Düsseldorf.
00:12:13: also Die Nachfrage nach der Notaufnahme ist sehr groß und oft sehr voll.
00:12:20: jetzt wird oft diskutiert.
00:12:22: Es gibt nämlich auch viele Menschen, die in den Notaufnahmen kommen mit Beschwerden, die jetzt nicht unbedingt in der Notaufnahme behandelt werden müssen sondern vielleicht mehr beim Hausarzt.
00:12:33: Die Gelenkbeschwerden die seit Monaten bestehen beispielsweise.
00:12:37: Gibt es da hier im Klinikum Solingen Ideen, Daten, Vorschläge wie man mit sowas umgehen kann.
00:12:45: oder haben sie selber sich das schon mal Gedanken darüber gemacht?
00:12:48: Also Gedanken drüber gemacht habe ich mich als ärztliche Direktor und wir im Team natürlich auch mit den behandelnden ja, Playern in der zentralen Notaufnahme des Ärzte pflegende und andere Berufsgruppe.
00:13:01: Wir sind über die letzten Jahre so ein bisschen krisin erprobt.
00:13:04: noch belastungser Probe will ich mal sozusagen.
00:13:05: Ich glaube ein wichtiger Punkt ist in der akuten oder in der kurzfristigen Situation sich wertschätzend und anerkennend zu verhalten.
00:13:18: Uns ist allen klar, die Patienten, die kommen wollen und müssen behandelt werden.
00:13:22: Das ist erstmal so.
00:13:22: das Erste was wir haben.
00:13:24: natürlich reagieren wir darauf gemeinsam auch mit unserer Personalabteilung natürlich, wie können wir das denn personell hinkriegen?
00:13:32: Setzen dass eben den Anforderungen genüge getan wird.
00:13:35: Also Anpassung von Rahmendienstplänen, Anpassungen von Stellen.
00:13:39: Das haben wir aber alles getan soweit wir das tun können.
00:13:42: also ich meine Wir haben sehr viel getan um eben diese Versorgung die wir ja auch Schultern müssen für Solingen
00:13:49: abbilden
00:13:51: zu können.
00:13:52: Ja das ist das was wir im Moment tun können.
00:13:55: Darüber hinaus entwickeln wir natürlich Konzepte wie viele Kliniken, wie wollen wir denn zukünftig mit der Situation umgehen?
00:14:02: Es gibt Überlegungen zur
00:14:04: Umstrukturierung.
00:14:05: Es kommt Überlegung zur Einbindung der niedergelassenen Kollegen in die Versorgung.
00:14:09: Es werden auch andere in den nächsten Jahren Modelle auf uns zukommen, die wir zu Schultern haben.
00:14:14: also ich würde mal sagen im Moment machen wir das, was wir tun können über eine Nähe zu den Mitarbeitern und versuchen das personell abzubilden.
00:14:23: Strukturell werden wir sicher in den nächsten Jahren etwas verändern müssen denn so kann es auf die Dauer auch nicht bleiben.
00:14:29: Ich meine, das betrifft die beiden vielleicht ein bisschen mehr als mich.
00:14:31: Auch der finanzielle Rahmen wird natürlich immer dünner.
00:14:35: Das ist vielleicht in aller Kürze dazu.
00:14:38: Ist das hier primär ein Infrastrukturproblem?
00:14:41: Ist es ein Personalproblem dass jetzt quasi in der Notaufnahme nicht mehr geleistet werden kann?
00:14:47: Das
00:14:48: ist letztendlich wahrscheinlich ein generelles, ich will mal sagen bundesweites Problem.
00:14:52: Dass eben die Notaufnahmen sehr stark angesteuert werden von Patienten, die entweder sehen okay da ist ein guter Anbieter die Leistung möchte ich gerne haben innerhalb des Klinikums das tun wir ja auch.
00:15:03: Häufig ist es auch so, dass die Patientinnen und Patienten dann außen bei den Kollegen draußen
00:15:08: auch nicht
00:15:09: rechtzeitig Termine bekommen.
00:15:11: Sie sind nicht in der nicht vierundzwanzig Stunden da, wenngleich wir hier natürlich eine Praxis der KV am Ort haben.
00:15:18: also insofern leisten sie natürlich ihren Beitrag.
00:15:22: ja ich will mir können glaube ich keinen Vorwurf machen dem Patienten erst recht nicht alle wollen versorgt werden.
00:15:28: Geld ist knapp und die Ressourcen sind
00:15:29: knapp.
00:15:30: Was sind denn jetzt die größten medizinischen Herausforderungen in den nächsten Jahren?
00:15:36: Also, die größte medizinische Herausforderung meiner Meinung nach ist der Umgang mit zunehmenden Patientenzahlen und dabei auch älteren Patientinnen und Patienten, die auch in zunehmenem Alter komplexe Fragestellungen aufwerfen.
00:15:51: Ist vielleicht ein bisschen gestelzt ausgerückt aber wir können gerade bei den ältern Menschen nicht nur das das primäre medizinische Problem adressieren, sondern müssen immer gucken wie ist das Gesamtbild?
00:16:01: Ja der ältere Mensch hat noch weitere Anglererkrankungen die wir berücksichtigen müssen.
00:16:06: Es ist schwieriger bei einem fünfundachtigjährigen eine Erkrankung zu behandeln als vielleicht bei einer Fünfundreißigjährige.
00:16:11: Ich sag's mal so salopp damit will ich keine Gruppe zurückstufen.
00:16:17: Die zweite Herausforderung die ich in meinem Job auch sehe ist dass wir Führungskräfte haben wollen auf den unterschiedlichen Ebenen Aber insgesamt auch Personal.
00:16:28: Also ich bespreche jetzt mal für meinen Bereich Heiko, du wirst deinen Bereich gleich noch gesondert darstellen.
00:16:34: Das alles in einer Verdichtung der Arbeit das ist eindeutig.
00:16:39: also wir haben ja eine ähnliche Verkürzung der Liegedauern
00:16:42: für unsere Patientinnen
00:16:43: und Patienten.
00:16:44: Wir haben einen deutlich gestiegen ambulanter
00:16:47: Patienten.
00:16:49: Es ist für den Patienten komfortabel Für uns ist es Eine Arbeitsverdichtung.
00:16:56: Früher gab es Zeiten, das ist so ein bisschen her muss man sagen.
00:16:58: Da lag ein Patient meinetwegen mit Herzinfarkt, fünfzehn Tage im Krankenhaus.
00:17:03: mittlerweile sind die Liegedown ich weiß keine Kategorie auch bei fünf bis sechs Tagen.
00:17:06: also das schiebt sich enorm zusammen.
00:17:09: wir müssen sehen dass war die ärztliche Qualität und da haben wir einen gewissen Anspruch.
00:17:15: den haben wir dem auch.
00:17:16: die Patienten realisieren in der Verdichteten Arbeit und das Ganze in einem sehr schwierigen Umfeld, ich glaube ist gerade schon angeklungen.
00:17:24: Die finanziellen Rahmenbedingungen auch politischen sind im Moment alles andere als günstig
00:17:29: für uns.
00:17:30: Damit beschreiben Sie ja im Endeffekt die Probleme des demografischen Wandels.
00:17:33: also auf der einen Seite dass immer mehr ältere Patienten mit immer mehr schweren Krankheiten eben auch hier nachdem wie alte Patienten werden oder auf der anderen Seite dass es immer schwieriger wird Personal zu finden.
00:17:46: Das dann sich um diese Menschen kümmert.
00:17:48: Jetzt ist aktuell ein neues Gesetz von Nina Waken, der Bundesgesundheitsministerin im Gespräch wo es eine große Reform, wo so meine Großreform Gesundheitswesen geht.
00:17:59: Der Grund ist ohne Reform sozusagen die Gesundheitsministerin selber, brod.
00:18:02: Jahrzehntusend zwanzig alleine einen Finanzloch von fünfzehn Milliarden Euro das wird bis zum Jahrzehrzehnten auf etwa dreißig Milliarden anwachsen könnte mit entsprechenden Anstiegen der Krankenversicherungsbeiträge was halt eben Arbeitnehmer und Arbeitgeber belasten würde.
00:18:18: Der Erzpräsident sagt dazu zum Beispiel, allen Beteiligten muss klar sein.
00:18:22: Es reicht nicht aus die eigenen Reformbeiträge möglichst gering zu halten und im Übrigen am Status quo festzuhalten.
00:18:29: Gefragt sei jetzt Bereitschaft zur echter Veränderung.
00:18:32: Was ist die Idee hinter dem Gesetz?
00:18:34: Eine unabhängige Expertenkommission wurde beauftragt und hat diese sixty-sechzig Reformvorschläge erarbeitet, wie Einsparungen eben gelingen können.
00:18:42: Dabei sind vierzig Milliarden Euro pro Jahr in Einsparung möglich, wenn man alle diese Sechszechzig reform Vorschlägen umsetzen würde.
00:18:50: Davon wurde jetzt auch einiges in diesen Gesetzentwurf übernommen.
00:18:54: Und dieser Gesetzentwurf das sogenannte GKV Beitrags Satz Stabilisierungsgesetz hat nicht nur einen sehr Guten Titel.
00:19:02: Sondern sollen damit insgesamt, um drei Milliarden Euro eingespart werden jedes Jahr etwa siebzig Prozent davon aus diversen Vergütungsbegrenzungen und Einsparungen eben bei Praxen, Kliniken und auch bei Arzneimittelherstellern.
00:19:16: Patienten sollen etwa fünfzehnt Prozent beisteuern.
00:19:19: Was gehört so zum Beispiel dazu?
00:19:20: Ich kann es natürlich nicht alles nennen ist ein Riesenpaket.
00:19:23: Übernahme von Homöopathie soll zB wegfallen die Anhebung der Beitragsmessungskränze um dreihundert Euro im Monat.
00:19:29: Zuzahlungen zu Medikamenten werden teurer, das hat sich in den letzten zwanzig Jahren nicht verändert.
00:19:33: Also es wird von fünf Euro auf sieben Euro fünfzig erhöht.
00:19:38: Verwaltungskosten und Werbeausgaben der Krankenkassen sollen sinken soll eine Zuckersteuer geben die Tabak-Steuersäule erhöht werden Und was weit diskutiert wurde und sicherlich viele mitbekommen haben diese beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern soll eben beendet werden bzw.
00:19:52: ab zwei tausend achtundzwanzig sollen Versicherte für nicht versicherte Partner, zwei Komma fünf Prozent des beitragsfähigen Einkommenszahlen.
00:20:01: ausgenommen sind dabei Kinder.
00:20:03: ähm also Eltern mit Kindern unter sieben Jahren.
00:20:05: Kinder mit Behinderung pflegend Angehörige und Rentner.
00:20:09: Jetzt kommen wir mal konkret zu Klinikenpraxen und Apotheken.
00:20:13: Da steht zum Beispiel drin, Zusatzvergütungen sollen wegfallen, Preise und Vergütungen soll künftig grundsätzlich an die Entwicklung der Einnahmen gekoppelt werden das Pflegebudget für Klinikensäure gedeckelt werden und Abrechnungen sollen stärker überprüft werden.
00:20:28: Der Bund selber sollte laut der Expertenkommission vor allem diese zwölf Milliarden, die jedes Jahr für die Krankenversicherung der Bürgergeldempfänger anfällt, übernehmen will der Bund aber nicht.
00:20:40: Außerdem streicht der Bund den Zuschuss zur GKV bis zum Jahr- und Dreißig um zwei Milliarden Euro sogar, also es fällt sogar noch etwas weg.
00:20:49: Was kommt jetzt?
00:20:50: Also man hat sich auf diesen Gesetzentwurf im Kabinett geeinigt.
00:20:53: Jetzt geht das Ganze ins parlamentarische Verfahren und wahrscheinlich im Juli soll das Gesetz beschlossen werden wenn es nicht noch Änderungen gibt.
00:21:02: Es ist alles viel.
00:21:04: Das Gesetz ist sehr komplex, da steht sehr viel drin.
00:21:07: Jetzt würde ich Sie erst mal fragen was halten sich von diesem Entwurf und was würde das eigentlich für das Klinikum Sohlingen bedeuten?
00:21:15: Ja gute Frage!
00:21:16: Was halte ich davon?
00:21:18: Also erstmal habe ich Verständnis dafür dass wir die Gesundheitsausgaben in Deutschland reduzieren wollen.
00:21:26: Wir liegen da ziemlich mit einer Spitze.
00:21:29: Es gibt ein Land, das ist uneinholbar, sage ich mal an erster Stelle weil das System auch ineffizient ist, dass sind die USA so.
00:21:39: mit denen können wir uns da und wollen wir uns auch nicht messen.
00:21:43: Und wenn wir uns mit den europäischen Staaten vergleichen dann sind wir mit der Schweiz so ziemlich anerster Stelle.
00:21:50: Das heißt was was vergleichem wir da?
00:21:55: Wir sehen einmal die Wirtschaftskraft Bruttoinlandsprodukt, was man da heranzieht und dann stellt man die Frage wie viel Prozent dieses Brutto-Inlandsprodukt wird für Gesundheit ausgegeben.
00:22:07: Da liegen wir ja wie lange immer so bei zehn Prozent ungefähr.
00:22:11: das ist auch gar nicht so schlecht.
00:22:13: sind wir eigentlich weltweit auch im Mittelfeld mit schonen aber wir sind jetzt bei zwölf Prozent ungefähr und nähern uns in dreizehn Prozent.
00:22:23: Klar, wenn wir natürlich jetzt ein deutliches Wirtschaftswachstum hätten, dann wird das auch schon wieder anders aussehen.
00:22:29: Hätten wir vielleicht auch nicht die großen Probleme?
00:22:31: Aber nochmal ich denke es ist schon erstmal grundsätzlich richtig, dass Frau Wagen das anfasst.
00:22:38: sie muss das auch anfassen.
00:22:40: Ich finde nur, wenn man jetzt mal die Krankenhäuser betrachten Man muss sich doch erst einmal fragen Wenn wir jetzt der Meinung sind Wir geben zu viel für Krankenhausbehandlung aus Wo dran liegt das denn überhaupt?
00:22:55: Und da würde ich dann auch mal ansetzen.
00:22:57: Also was jetzt zur Zeit, auch insbesondere neben anderen Dingen vorgesehen ist, dass man einfach drei Jahre hintereinander uns bei der Preisanhebung ein Prozent wegstreicht.
00:23:10: Das hatte ich also erst einmal für dich sachgerecht.
00:23:14: Unsere Preise sind auch im internationalen Vergleich eher niedrig.
00:23:20: Wir haben in den letzten Jahren unsere Lohnsteigerungen nicht refinanziert bekommen und dann jetzt nochmal den Rotstift anzusetzen.
00:23:27: Und das über drei Jahre hinweg, das werden wir auch in Sohlingen so nicht verkraften.
00:23:32: Das sind ungefähr zwölf Millionen Euro im Jahr die wir einsparen müssen.
00:23:37: Da sehe ich nicht wo wir die einspare können.
00:23:40: also das muss ganz klar in diesem Gesetz weg.
00:23:44: Der zweite große Bereich ist das Thema Pflege.
00:23:48: Und da sage ich mal, ja okay wenn uns das Geld jetzt ausgegangen ist und wir das Geld nicht mehr haben um zusätzliche Pflegekräfte in Deutschland zu finanzieren.
00:23:58: Das ist natürlich bedauerlich aber muss man zur Kenntnis nehmen dann Ist das so?
00:24:08: Dann muss das auch nur ein Augenmaß gemacht werden also eine reine Deckelung.
00:24:12: Wir reden jetzt eher über eine Senkung sogar des pflegebudgets.
00:24:16: Das halte ich für eine absolute Kassastrophe.
00:24:19: Es geht nicht, wir haben Frau Zinnen wird da sicherlich gleich auch noch mehr dazu sagen können aber wir haben hier wahnsinnige Aktionen durchgeführt.
00:24:32: unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Frau Zinn die Personalabteilung haben einen super Job gemacht um ganz viele Pflegekräfte, die wir dringend benötigt haben weil wir unterbesetzt waren hier ans Klinikum zu holen.
00:24:45: Jetzt haben wir eine gute Besetzung und das darf nicht gefährdet werden.
00:24:49: Ich habe aber Verständnis dafür wenn wir jetzt sagen also wir können da nicht noch mehr aufsatteln.
00:24:55: Eine gewisse Anbindung an allgemeine Preissteigerungen sag ich mal vereinfacht finde ich okay.
00:25:03: So dann muss man auch einmal die Wahrheit auf den Tisch bringen.
00:25:07: Das sind ungefähr zehn Prozent, die jedes Jahr das Pflegebudget in Deutschland angehoben wurden aufgrund der zusätzlichen Pflegekräfte.
00:25:15: Wenn das jetzt wegfällt ist es schon eine erhebliche Einsparung, die die Kliniken haben und bei den Klinik realisieren können.
00:25:28: also das denke ich mal das ist akzeptabel.
00:25:32: dann würde ich noch eine Sache vielleicht ganz kurz sagen.
00:25:36: Thema Wo setzt man denn jetzt an, wo wird eigentlich zu viel ausgegeben?
00:25:41: Also wir haben zu viele Krankenhäuser in Deutschland.
00:25:44: Wir haben zuviele Betten, zuviel Angebot wenn man es ganz einfach sagen will.
00:25:51: Diese Krankenhäuser die Krankenhausleistungen werden eigentlich zu häufig in Anspruch genommen.
00:25:58: alles im internationalen Vergleich So auch die Mitarbeiter in der ZNA, die wissen das auch ist gerade schon berichtet worden.
00:26:07: Dass eigentlich zu viele Menschen unsere Notaufnahme auch ambulant in Anspruch nehmen und da würde ich ansetzen mir ist es einfach zu ideenlos zu sagen ich kürze da einfach mal ein Prozent raus.
00:26:21: ja also man könnte zum Beispiel das haben andere Länder ja auch gemacht.
00:26:25: Ich weiß dass das nicht populär ist Aber dass man eine Zuzahlung für solche ambulante Notfallversorgung macht.
00:26:34: Da geht es nicht um das Geld, was die Leute zahlen sollen.
00:26:37: aber wenn ich zum Beispiel fünfzig Euro dafür bezahlen muss dann bezahle ich die fünfzig euro sehr gern.
00:26:43: Wenn Ich echte Probleme habe da rede ich über das geld nicht.
00:26:47: Ja Das ist es mir alle mal wert.
00:26:50: hab ich aber ein bisschen zahnschmerzen oder in dicken Fuß oder so etwas Dann würde ich warten und dann am Montag oder Dienstag vielleicht zum niedergelassenen Arzt gehen.
00:27:01: Und da brauche ich das nicht bezahlen, ja?
00:27:03: Also es gibt so viele Modelle auch weltweit die sich bewährt haben und die fehlen mir in diesem Gesetz.
00:27:09: Ich will das nochmal aufgreifen und zwar aus zwei Blickwinkeln weil ich einmal das Gefühl habe dass ein großes Ungleichgewicht ist oder die Lastenverteilung dieser sechszig Vorschläge, insbesondere was die Bundesregierung daraus gemacht hat.
00:27:28: Wenn man das mal in Zahlen ausdrückt auf der globalen Ebene dann sind das dreißig Milliarden Euro Einsparvolumen für das Krankenhaus in den nächsten drei Jahren.
00:27:39: so und das ist übermäßig viel.
00:27:43: Da hätten wir uns gewünscht, dass man da mit mehr Augenmaß rangeht.
00:27:47: Weil das eben schlichtweg für die Krankenhäuser sowohl für das Krankenhaus in Soling aber auch für die Krankhauslandschaft in Deutschland so nicht gangbar ist.
00:27:56: Das ist wirtschaftlich nicht tragbar.
00:27:58: Warum ist es nicht tragba?
00:27:59: Und das ist der zweite Blickwinkel Wir reden ja hier nicht über einen freien Markt, sondern wir reden über einen regulierten Markt.
00:28:05: Das heißt, wir können die Preise für die Behandlungen und Operationen nicht frei bestimmen.
00:28:11: Wir können also jetzt nicht hergehen und sagen okay es gibt jetzt eine Operation und da nehmen wir tausend Euro für, sondern eben sind die Preisen vorgegeben.
00:28:19: Und das ist ein Riesenproblem!
00:28:20: Wir haben eben Inflation, wir haben Kostensteigerung, Personalkostensteigerungen durch Tarifsteigerungs- Und die werden eben refinanziert durch die Erhöhung der sogenannten Landesbasisfallwerte.
00:28:33: So, das ist diese jährliche Erhörung von dem wir eben gesprochen
00:28:36: haben
00:28:37: so dass wir Tariferhöhungen haben.
00:28:39: in Zukunft ist zu sicher wie das Arm in der Kirche.
00:28:41: Das Gleiche gilt für die Inflationen Für Lebensmittel für Energie und was weiß ich nicht alles?
00:28:47: Statt diese Steigerung refiniziert zu bekommen will uns die Bundesregierung jedes Jahr ein Prozent wegnehmen.
00:28:55: Das heißt, die Kostenerlös-Schere geht immer weiter auseinander und irgendwann geht das nicht mehr gut.
00:29:01: So, das kann man machen
00:29:03: aber dann
00:29:04: hat man eben einen ungeplantes Krankenaussterben in Deutschland und das finde ich ist nicht der richtige Weg sondern das haben wir an den anderen Ländern gut vorgemacht.
00:29:13: Das hat denen mal gut vor gemacht.
00:29:14: Das haben die Niederlande gut vorgenommen Die haben auch eine Krankenhausreform angestoßen.
00:29:19: Die haben aber erst mal, weil man das auch richtigerweise so tut, vernünftig Geld zur Verfügung gestellt um eben diese Reformschritte anzugehen und das würden wir eben auch erwarten.
00:29:31: Wir sind ja gar nicht unwillig!
00:29:32: Wir sehen das ja auch.
00:29:33: Das hat Martin Ebersmann ja ja richtiger Weise beschrieben.
00:29:36: Wir wollen ja auch dass die Krankenkassen stabil sind.
00:29:39: Aber wir brauchen Armeerzeit.
00:29:41: Wir brauchen mehr Augenmaß bei den Punkten Und wir brauchen tatsächlich mehr Unterstützung und mehr Kreativität.
00:29:50: Also, wir sind ja durchaus bereit – das ist ja eben angesprochen worden – uns mehr in Richtung ambulante Versorgung zu bewegen.
00:29:58: Da kann man sicherlich einiges heben.
00:30:00: Man kann über die Frage nachdenken, wieso haben wir in Deutschland drei gesetzliche Krankenkassen?
00:30:10: Macht das Sinn!
00:30:12: reichen nicht zehn oder zwanzig.
00:30:14: Das ist natürlich jetzt ein Stück weit übertrieben, aber haben wir tatsächlich einen Wettbewerb bei den Krankenkassen?
00:30:19: Oder haben wir das nicht?
00:30:20: Ich nehme das eher nicht so wahr!
00:30:22: Also es gibt einen Strauß von Maßnahmen die unser Spitzenverband die Krankenhausgesellschaft vorgeschlagen hat, die nicht aufgegriffen worden sind.
00:30:31: völlig unverständlich.
00:30:33: Und das, was ich noch mal sagen möchte.
00:30:35: Ich glaube den Krankenhäusern werden hier Maßnahmen aufgedrückt die sie quasi adrosseln und die wirtschaftlich so nicht tragbar sind.
00:30:45: Wir machen alle das Geschäft schon sehr lange.
00:30:48: Das muss ich ganz ehrlich sagen.
00:30:49: eine dramatische Situation wie Sie heute haben oder wie Sie sich abzeichnet, muss man richtigerweise sagen wenn das Gesetz so verabschiedet wird.
00:30:57: Das hat keiner von uns im Raum jemals in Ansätzen erlebt ermöglicht es uns nicht, uns vernünftig zu entwickeln.
00:31:07: Und auch das muss man ehrlicherweise sagen wenn die Politik da ernst macht dann muss man mit Leistungseinschränkungen ganz klar rechnen.
00:31:16: Das ist dann unabdingbar.
00:31:19: Frau Zinn ich komme euch noch auf die Pläne mit der Pflegeversicherung, die die Bundesregierung ja auch hat jetzt aber auch
00:31:26: erst mal noch zu diesem
00:31:27: Gesetz.
00:31:27: eben was ist denn ja die Sichtweise von Ihnen?
00:31:29: Was die Sichtweise aus der Pflege?
00:31:32: Für die Pflege ist das sehr, sehr schwer.
00:31:34: Das ist auch eine ganz schwierige Diskussion für uns weil wir sehr weit in den Fokus gerückt werden bei dem Gesetz.
00:31:42: Jeder redet über die Pflege und ich bin mir nicht so richtig bewusst darüber ob alle wissen was das eigentlich heißt.
00:31:48: Weil wir kommen aus einer absolut schlechten Situation der Pflegekräfte und zwar dort ganz deutschlandweit Und das nicht nur im Krankenhaus, sondern auch in der Altenpflege.
00:31:57: In allen pflegerischen Berufen und wir haben in den letzten Jahren weil das dann doch irgendwann erkannt worden ist Wir waren zum Teil soweit dass Krankenhäuser Betten schließen mussten Nicht weil der Arzt nicht seine Leistung bringen konnte nicht Weil die Patienten nicht da waren Sondern weil die Pflegekräfte nicht da war ganz dramatisch in der Corona-Krise irgendwann gewesen und wir waren da auf dem absoluten Tiefstand.
00:32:22: Auch das schon sind politische Auswirkungen der Vergangenheit gewesen, wo man nämlich auch desolate Finanzierungssituation der Krankenhäuser darüber in Griff gekriegt hat über
00:32:32: die größte Berufsgruppe Geld einzusparen
00:32:35: und deswegen ist Pflege schlecht besetzt gewesen eine Vielfalt von Gesetzen, die dann dafür sorgen sollte das Pflege besser gestellt wird.
00:32:45: Das hat angefangen mit der Personaluntergrenze und... Das ist auch immer ein Satz, den ich sehr interessant finde.
00:32:52: Weil alle sagen ja das ist dann eure Besetzung aber in dem Wort steckt schon drin.
00:32:56: Das ist die Untergrenze.
00:32:59: Die haben wir dann über Sanktionsmaßnahmen mit Achu-Krach erreicht.
00:33:03: also wir haben
00:33:04: immer wieder weiter versucht Pflege zu besetzen und dass auch wirklich gut hinzukriegen.
00:33:10: Jetzt sind wir inzwischen an einem Punkt, wo wir zumindest hier in Solingen sagen können.
00:33:14: Professor Eversmeyer hat es ja gerade schon gesagt Wir haben unfassbar viele Anstrengungen auf uns genommen und das hat auch etwas mit Mitarbeitern zu tun.
00:33:21: Der neue Mitarbeiter und so viele Mitarbeiter zu integrieren bedeutet was für den Rest?
00:33:26: jetzt sind wir gut besetzt?
00:33:28: Und für uns ist es im Moment zum Punkt wo ich sicherlich – und das kann ich hier für unser Krankenhaus auch sagen – wir singen gut besitzt und es wäre gut wenn wir das Budget halten dürften und da würde ich auch immer den Beitrag der Pflege sehen, aber ein Absenken in der Pflegeleistung führt zu Schließungen von Betten.
00:33:47: Und man muss die Prognose der Pflegel einfach im
00:33:50: Augen behalten.
00:33:51: Ich habe – oder deutschlandweit ist es so dass wir forty-six Prozent aller Pflegekräfte sind über fünfvierzig Jahre.
00:33:58: Wir haben einen Drittel unserer Pflege Kräfte sind.
00:34:03: Das heißt, man kann sich überlegen wann die zum Teil ja alle auch deutlich früher in Rente gehen als vielleicht üblich ist?
00:34:08: Die haben eine lange Lebensarbeitszeit gehabt und ab fünfundvierzig Jahre können sie in Rnte gehen.
00:34:13: das fängt halt nur mal mit der Ausbildung an und viele gehen mit rein sechzig spätestens aber mit fünfundsechzig im Rente.
00:34:20: wir werden in den nächsten Jahren unfassbar viele Menschen in Rente verlieren.
00:34:25: Und man muss sich überlegen, das sind alles Menschen die Leistungsträger bei uns sind, die viele Jahre Berufserfahrungen haben und Pflege- und Medizin.
00:34:33: Das sind zwei Dinge, die man nicht nur lernen kann Sondern da muss man Berufserfahrung haben.
00:34:38: und die Leute, die kompetent sind, dass sie die langjährig hier bei uns tätig waren Wenn ich heute versuche durch ganz viele Programme Wir machen Aquise in Indien wir haben unfassbare viele Menschen mit Examen aus Allerherrenländer hier nach Solingen geholt, die uns auch bestens jetzt unterstützen.
00:34:56: Wir haben eine ganz tolle neue Akademie gebaut und wollen damit halt auch ein Zeichen setzen dass dem Klinikum Solingen Pflege wichtig ist.
00:35:04: in einer so professionellen Schule sage ich ganz ehrlich habe ich nicht gelernt und ich freue mich für unsere Auszubildenden das sie das jetzt können.
00:35:13: also wir setzen hier ganz viele zeichen wir machen in der Praxis ganz viel.
00:35:16: wir haben hier im Projekt laufen Schüler leiten Stationen traktiv sein.
00:35:21: Wir wollen die Menschen das beibringen und dennoch sind das Berufsanfänger, die werden, die langjährig erfahren nicht ohne weiteres ersetzen können.
00:35:28: Und irgendwann wenn wir jetzt wieder eine Defizit geraten dann kriegen wir das bei aller Anstrengung nicht mehr aufgeholt.
00:35:36: Das ist das wo ich am meisten Sorge vor habe weil es auch Menschen demotiviert haben sich jetzt unglaublich angestrengt dass wird das hinkriegen.
00:35:45: Es geht in Pflegung Medizin vor allen Dingen um eins um Qualität an Patienten Und das wird von uns erwartet.
00:35:51: Das möchte der Patient und ich möchte, dass auch ehrlicherweise für alle Patienten und alle die jemals ins Krankenhaus kommen, dass sie dort gut und sicher versorgt sind.
00:35:59: und dazu müssen aber fähige Menschen vor Ort sein.
00:36:02: Und das kann man nicht wenn man wie ein Durchlauferhitzer versucht immer wieder nachzubesetzen.
00:36:08: Das wird dann
00:36:08: schwierig.
00:36:09: bei dem was wir jetzt gerade gesagt haben, was ich total spannend finde ist ja die Frage Wie kann man es schaffen?
00:36:17: Dass Pflegekräfte auch wirklich mit Pflegerarbeit beschäftigen.
00:36:21: Also die eigentliche Arbeit machen, wo sie ausgebildet sind und nicht mit Bürokratie- und Berichteschreiben dokumentieren das ähnliche.
00:36:30: Sehen Sie da Möglichkeiten ja quasi die Zeit am Patienten zu erhöhen?
00:36:34: Und die Zeit um PC zu verringern?
00:36:37: Ja sehe ich ganz viele sogar weil ich glaube es muss man
00:36:42: unterteilen.
00:36:42: wir haben einmal
00:36:44: einen ich sage mal Teufelskreis fast in der Medizin.
00:36:48: Wir werden geprüft vom MDK, dass unsere Abrechnungen stimmen.
00:36:52: Und das ist natürlich wenn Beleistung geprübt werden dann wird auch gefragt hat ihr das wirklich gemacht?
00:36:58: und diese Frage führt dazu, dass wenn wir was nicht dokumentieren dann haben wir es nicht gemacht.
00:37:04: Und ehrlicherweise ist das der Kern warum Arzt und Pflege von Patienten weg?
00:37:08: kommen, weil sie irgendwas dokumentieren müssen.
00:37:11: Aber wir sind ja – Sie haben es ja gerade angesprochen im Zeitalter KI und ich würde mir für meine Pflegekräfte wünschen dass die nicht mit einem Stift um einen Zettel oder heute jetzt mit dem Computer auch das Digital natürlich alles erfassen können.
00:37:24: aber warum können die das nicht irgendwo reinsprechen was sie machen?
00:37:27: Weil mit den Händenarbeiten in der Pflege ein Patienten versorgen und sprechen kann man immer!
00:37:32: Und das wäre schon ein Kompromiss zwischen.
00:37:36: wir haben dokumentiert, es ist halt digitalisiert worden über eine Sprach-App und dann ist es vorhanden auch da wo die kontrollierenden Systeme es brauchen.
00:37:46: Mir ist das auch bewusst dass es nicht immer alles geglaubt wird, wobei ein bisschen mehr Vertrauen auch nett wäre weil hier steht eigentlich jeder von meinen Mitarbeiter von unseren ärztlichen Kollegen dar und steht im Vordergrund immer die gute Patientenversorgung.
00:38:02: Haben wir es nicht aufgeschrieben?
00:38:04: Habt ihr's nicht gemacht, ist schon etwas womit Arzt und Pflege nicht gut umgehen kann.
00:38:07: Also das ist sicherlich dieser eine Bereich.
00:38:09: Und es gibt natürlich einen unfassbar anderen großen Bereich alle Datenlieferungen an andere Institute die jetzt nicht die pflege direkt im Kern betreffen.
00:38:19: Das sind der meistens Menschen wie ich in der Pflegedirektion arbeiten.
00:38:24: Wir vergeuden viel Zeit damit Daten an irgendjemanden zu liefern PPUG, Personaluntergrenze, PBBV.
00:38:33: Die Bemessungsgrenze der Pflege.
00:38:35: allein diese Daten zu erzeugen, das geht nicht automatisch in den Krankenhaussystemen dafür sind unsere Kistsysteme nicht weit genug und es ist mit viel händischer Arbeit verbunden.
00:38:44: da geht unfassbar viel Zeit raus.
00:38:46: Zeit die auch ich
00:38:47: lieber
00:38:48: in der Weiterentwicklung meiner Mitarbeiter verbringen würde in Projekten mit meinen Mitarbeitern.
00:38:54: denn eins sehe Sie haben früher gefragt, wie kann man denn dafür sorgen dass mehr Leute Spaß oder gerne in der Pflege sind?
00:39:01: Das was hier am aller effektivsten ist im Projekte die wir starten.
00:39:04: Ich habe vorhin schon mal gesagt Schülerleiten eine Station machen wir inzwischen im vierten Jahr.
00:39:10: das haben die Ausbildenden so gehypt, dass wird es jetzt verlängern mussten von drei Wochen auf vier Wochen weil sie in der vierten Woche gesagt haben So Jetzt sind wir so satelfeist Wir wollen das jetzt ja alleine schmeißen und jetzt sind hier die Praxisanleiter nur noch dabei Und eigentlich können wir es.
00:39:26: Wir lernen unfassbar viel und das sind genau die Projekte, damit kann man Werbung für Pflege machen.
00:39:32: Das versuchen wir auf ganz vielen Ebenen, Pflege weiterzuentwickeln.
00:39:35: Es gibt so viele Dinge wo mal Patienten nochmal anders besser versorgen kann.
00:39:40: aber dazu braucht die Pflege auch ein bisschen Zeit.
00:39:43: sich weiter entwickeln zu dürfen alle im Hinterher zu rennen,
00:39:48: dann ist
00:39:48: kein Platz dafür auch mal zu denken.
00:39:50: Was können wir denn besser machen?
00:39:52: Und Sie haben vorhin mal angesprochen Situationen Notaufnahme das was noch nicht gefallen ist also was Herr Stumpfels und auch Professor Ebers noch ja noch nicht gesagt haben ich habe auch erhebliche Vorhalte kosten hier und dass produziert eben auch Geld was wir irgendwie bereitstellen müssen und dieses Vorhalten hat etwas damit zu tun.
00:40:12: jeder erwartet dass wir da sind wenn der Patient unsere Hilfe braucht.
00:40:16: Das ist gerade in der Kinderklinik ein großes Thema, weil manchmal sind die Kinder nicht da.
00:40:21: Aber wenn da keine Schwester mehr wäre und dass der Notfall kommt, dann wäre das Kind nicht versorgt.
00:40:26: Und wir brauchen auch eine auskömmliche Finanzierung für genau diese Dinge, dass wir Vorhalte-Kosten in einer ZNA haben damit fünfzehn Rettungswagen reinfahren können gleichzeitig, weil der Patient sucht sich nicht aus, wann seinen Unfall passiert?
00:40:42: Und das ist etwas was nicht diskutiert wird unter Tisch gekehrt wird und fassbar schwierig ist.
00:40:49: Und ich glaube, man kann es gut lösen wenn man Krankenhäuser zusammenlegt und nicht so viele kleine einzelne Krankenhäuser hat.
00:40:56: aber das ist das was hier in unserem Umfeld ja tatsächlich schon passiert ist.
00:41:00: Hier hat des Krankenhauslesungen in Dreiundzwanzig gegeben und uns wir würden uns sehr wünschen wenn das was wir an Aufbauarbeit auf allen Ebenen hier geleistet
00:41:10: haben pflegerisch
00:41:13: die Verwaltung jeder Bereiche von uns, um überhaupt das dann mal stemmen zu können.
00:41:17: Wenn das generiert werden würde und wir auch da so weitermachen dürften.
00:41:22: also das finde ich schon sehr hilfreich.
00:41:25: Ja Frage war ja im Grunde Bürokratieabbau.
00:41:29: was kann man da tun?
00:41:30: Da will ich nochmal das GKV Spargesetz ansprechen weil das im Grunden das völlig konterkariert.
00:41:37: Im Grunde ist die Bundesregierung ja angetreten im Koalitionsvertrag mit der Aussage, wir wollen Bürokratie abbauen.
00:41:43: Wir wollen eben gerade dafür sorgen
00:41:45: dass
00:41:46: es den Ärzten und den Pflegern ermöglicht wird am Bett der Patienten zu
00:41:51: arbeiten
00:41:52: und das
00:41:52: wird
00:41:53: wirklich völlig konterkariert.
00:41:56: Frau Zinn hat das schon
00:41:56: angesprochen.
00:41:58: Es geht um die Frage des medizinischen Dienstes.
00:42:06: versuchen abzurechnen oder die wir abrechnen, die werden überprüft und diese Prüfquote des medizinischen Dienste soll nach der Vorstellung des Gesetzgebers oder der Bundesregierung erhöht werden.
00:42:17: Was hat das zur Folge?
00:42:18: Ganz sicher mal einen höheren bürokratischen Aufwand bei uns.
00:42:23: ganz sicher dass wir unser Personal aufstocken müssen weil Die Prüfquoten werden ganz enorm angehoben.
00:42:29: Und das hat einen zweiten Effekt, der auch höchst negativ ist für Heike Zinn und auch den ärztlichen Dienst.
00:42:37: Der medizinische Dienst wird seinen Personal aufstocken müssen.
00:42:39: Wo kommen die Leute her?
00:42:40: Die kommen ganz gerne aus der Pflege, sie kommen aus dem ärztlichem
00:42:43: Bereich.
00:42:44: Das heißt, die Kollegen und
00:42:45: Kolleginnen
00:42:46: können gar nicht mehr an Patienten arbeiten weil die jetzt beim medizinischen Dienst dokumentieren, überprüfen.
00:42:53: Also das ganze System ist da schon ein Stück weit noch pervers unterwegs.
00:42:58: Ich habe da auch das Gefühl wir haben lange Zeit einen extrem hohes Sicherheitsbedürfnis in den Fokus gestellt also Sicherheit im Sinne von niemand macht etwas falsch und wir kontrollieren alles vielleicht ein bisschen zu sehr schreiben alle es vielleicht ein bissel zu sehr auf haben dadurch sehr komplexe Systeme geschaffen und eben auch Systeme.
00:43:24: Wir hatten ja eben auch über Vertrauen gesprochen, über Schüler die schon Stationen leiten dürfen.
00:43:30: Über Vertrauen das dann nicht gegeben wird sondern eher ein grundsätzliches Misstrauen was vorausgesetzt wird was so eine Bürokratie Rattenschwanz irgendwie führt.
00:43:40: Und es gibt diese Achtzig-Zwanzig-Regel.
00:43:42: also mit zwanzig Prozent Aufwand könnte man achtzig Prozent Sicherheit Erlangen.
00:43:46: und für diese restlichen, zwanzig Prozent Sicherheit braucht man dann aber achtzig Prozent Aufwand.
00:43:50: Und diese achtzig prozent aufwand die haben wir ja meistens.
00:43:53: und da ist die frage ob wenn man mein wegen Dann geht vielleicht auch hier und da mal ein bisschen mehr Ja nicht alles hundertprozent mit rechnen.
00:44:04: zudem ist mir was nicht Dokumentiert obwohl es gemacht wurde.
00:44:09: Aber vielleicht ist das ein Kompromiss, den wir leben müssen.
00:44:11: Dadurch dass wir dann halt eben effizientere Arbeit haben, schönerer Arbeit haben und eben auch mehr Zeit
00:44:17: am Patienten verbringen können.
00:44:20: Ja, das ist sicherlich richtig, wobei... Das werde ich insoweit noch mal Stück weit einschränken.
00:44:24: Also Patientensicherheit ist sicher nicht das höchste Gut was wir hier haben Und das ist auch unverhandelbar für uns.
00:44:31: Und dann machen wir auch keine Kompromisse und da machen wir alles richtig.
00:44:34: Dann machen wir lieber Dinge zwei oder dreimal, um wirklich hundertprozentig zu gehen.
00:44:38: Uns geht es nur darum, müssen wir tatsächlich alles das dokumentieren, was wir heute dokumentieren müssen?
00:44:45: Wir legen wirklich Zahlenfriedhöfe an.
00:44:48: Es ist völlig unklar, was mit diesen Zahlenfriedhöfen passiert.
00:44:53: Die braucht kein Mensch!
00:44:55: Und wenn wir dann in ein Ungleichgewicht kommt, dass das Heike Zinn und ihre Mitarbeiterinnen tatsächlich einen höheren Dokumentationsaufwand haben
00:45:04: als
00:45:05: die Möglichkeit am Patienten zu arbeiten.
00:45:06: Dann haben wir irgendeine Schieflage.
00:45:08: Das müssen wir auflösen – das geht so nicht!
00:45:11: Da müssen wir tatsächlich gucken, dass wieder ein Gleichgewicht kommen wird.
00:45:15: Ja mit Sicherheit manche eben vor allem auch dieses... Gefühl der Sicherheit, was durch dieses Ganze kontrollieren entsteht.
00:45:23: Ich meinte nicht damit dass man jetzt die Patientensicherheit irgendwie weniger hoch achtet weil meine Überzeugung an der Stelle wäre das mal mit deutlich weniger bürokratischem Aufwand die gleiche oder vielleicht sogar eine bessere Patientenversorgung erreichen könnte.
00:45:38: Absolut!
00:45:38: Das sehe ich genauso wie Sie.
00:45:40: Alles klar.
00:45:41: Frau
00:45:41: Zinn?
00:45:42: Ich möchte einmal ergänzen es ist ja so ein bisschen im Umlauf.
00:45:45: Dokumentation kann jeder Und Dokumentation kann man auch von der Pflege wegnehmen, das machen jetzt Servicekräfte dann.
00:45:52: Das ist mitnichten der Fall.
00:45:53: Weder eine Leistung die der Arztbraumagri erbringt noch einer Leistung, die die Pflegekraft erbringt, kann ein anderer dokumentieren.
00:46:00: Das sind völlig falsche Ansatz.
00:46:03: aber das wird ja als eines der Einsparmprojekte auch mit kommuniziert.
00:46:08: also es gibt ja so eine Liste von Aufgaben die die pflege vielleicht nicht tun sollte.
00:46:12: Da gehört die Dokumentation der Leistung vom Patienten mit dazu, wo ich ganz klar sage, nein das geht nicht.
00:46:17: Sondern wir müssen da wegkommen von was muss dokumentiert werden?
00:46:23: Nicht wer dokumentiert!
00:46:24: Der, der die Leistungen erbringt, muss sie auch
00:46:26: dokumentieren.
00:46:28: Alles klar.
00:46:28: Herr Professor Eversmeyer
00:46:30: haben Sie da noch einen Punkt zu?
00:46:32: Ich würde nochmal versuchen so ein bisschen für alle auf den Punkt zu bringen Wie könnte jetzt eigentlich ein Sparpaket fürs Krankenhaus aussehen?
00:46:44: Fangen wir mal auf der negativen Seite an.
00:46:47: Also unsere Preise sind schon nicht auskömmlich, siebzig-achtzig Prozent der Krankenhäuser sind in Deutschland in roten Zahlen und das liegt daran so.
00:46:57: Jetzt kann man natürlich fragen ja dass trotzdem wird auch viel im Krankenhausbereich zusätzlich ausgegeben.
00:47:05: Da muss man ganz fair einfach sagen, wir haben nach der Corona-Pandemie die höchsten Lohnsteigerungen überhaupt gehabt.
00:47:16: Ich blicke jetzt mal zurück auf die Jahre
00:47:19: XXIII.,
00:47:19: Vierundzwanzig, Fünfundzwanzige hatten wir hier im Bereich und das ist überhaupt kein Vorwurf der Pflege und vor allem auch des ärztlichen Dienstes.
00:47:28: Lohn Steigerung von vierzig Prozent.
00:47:30: Das hatten wir noch nie so.
00:47:32: Die sind nicht refinanziert worden.
00:47:36: Und jetzt da nochmal, dreimal ein Prozent abzuziehen von einer unzureichenden Refinanzierung.
00:47:43: Das ist schlicht und ergreifend nicht möglich.
00:47:46: So das heißt wir müssen wenn wir einsparen müssen, dass sie gebe ich zu, müssen wir dafür einen Ersatz finden.
00:47:54: also das muss aus dem Gesetz raus weil es einfach nicht umsetzbar ist.
00:47:58: Es wird uns alle das Genick brechen ist.
00:48:04: So, wo können wir jetzt Geld einsparen?
00:48:07: Wir haben das jetzt mehrfach angesprochen.
00:48:10: Das fällt uns ein bisschen schwer aber wir haben Pflege aufgebaut die Besetzung ist besser geworden und wenn wir jetzt nicht noch weiter die Besetzungen aufbauen können und da bin ich jetzt auch ganz fair und sage Nein!
00:48:26: Das Geld steht im Moment nicht zur Verfügung.
00:48:28: Ich hoffe dass wir bald unsere Krisen in der Welt bewältigen mehr Wirtschaftswachstum haben.
00:48:34: Vielleicht können wir dann da wieder anknöpfen, aber da müssen jetzt erst mal ein Stoppschild
00:48:39: machen.".
00:48:40: Das wird ungefähr zwei bis drei Milliarden Einsparungen bei den Krankenkassen auslösen – also nicht die Absenkung sondern eine ganz normale Anhebung und nicht zehn Prozentanhebung, die wir in den letzten Jahren gehabt haben.
00:48:58: Zweites Thema verstärkte Ambulantisierung Auch wenn es einige Krankenhäuser vielleicht nicht gerne hören.
00:49:07: Ich glaube, da müssen wir noch schneller werden und auch dort können die nächsten zwei bis drei Milliarden im Krankenhausbereich einsparen.
00:49:16: Stichwort Dort ist ein bisschen schwierig das alles zu vermitteln.
00:49:20: Wir reden heute über Hybriddiages Wenn man erklären ganz einfach was das ist.
00:49:25: Also Die Krankenhäuser bekommen weniger Geld für die Behandlung von Patienten wo sie selber auswählen können, kann ich den Patient ambulant also an einem Tag morgens reinkommen ins Krankenhaus abends wieder nach Hause gehen.
00:49:41: Kann ich ihn ambulant behandeln oder vielleicht muss er ein zwei Tage übernachten.
00:49:46: so das könnte man in der Tat noch weiter ausbauen.
00:49:51: da sehen wir weltweit dass dann noch mehr möglich ist und dann könnte man da sicherlich auch die nächsten ein zwei Milliarden einsparen.
00:50:00: Das wäre auch sachgerecht.
00:50:03: Und das Zweite ist, es ist ja eine Krankenhausreform durch ein lauter Bach auf den Weg gebracht worden und da müssen wir schneller werden.
00:50:11: Und dass hängt an den Bundesländern.
00:50:13: Das ist nicht der Bund, den man hier den Vorwurf machen muss.
00:50:16: Die Bundesländer haben sich auf dem Weg gemacht.
00:50:19: Ich würde mal sagen Ja, auch da würde ich vielleicht jetzt ein bisschen Schälte bekommen.
00:50:24: Wir haben tausend siebenhundert Krankenhäuser in Deutschland.
00:50:26: Tausend, einhunderttausend und zweihundert werden alle mal genug.
00:50:31: Wir haben ineffiziente Krankenhäuser oder viel zu kleine Krankenhäuser.
00:50:35: Warum setzt man hier?
00:50:37: Warum hat man nicht die Mut in das Gesetz reinzubringen und sagen jedes Jahr müssen hundert Krankenh Häuser in Deutschland geschlossen werden?
00:50:44: so Das muss man natürlich mit den Bundesländern ausarbeiten.
00:50:47: Wie komme ich dazu?
00:50:48: wie kann Ich da schneller wären?
00:50:50: Da werden Die Krankenkassen Geld sparen Und auch die Bundesländer werden Geld Sparen weil sie die Investitionen nicht finden entziehen können.
00:50:57: Warum sage ich das?
00:50:58: Nur mal auch eine Zahl, wenn ein Krankenhaus geschlossen wird dann tauchen diese Patienten in den umliegenden Krankenhäusern nicht zu hundert Prozent mehr auf.
00:51:10: Gibt es viele Studien drüber, ungefähr zwanzig dreißig Prozent tauchen nie wieder auf.
00:51:17: Können Sie sich lange fragen wo dran liegt das?
00:51:19: Das liegt einfach daran dass eben das Angebot auch eine Nachfrage schafft.
00:51:25: habe ich nicht zu viel Angebot, dann habe ich auch weniger Patienten und da bleibt jetzt keine Aufentstrecke.
00:51:34: Und das wäre eine echte Reform!
00:51:37: Das wünsche ich mir eigentlich dass das noch reinkommt damit wir genau da wo wir unsere Probleme haben, wo wir besser werden müssen, dass wir da auch ansetzen und Geld sparen.
00:51:48: Dass was wir angesprochen haben sich hinzustellen von diesen Das kostet natürlich viel politischen Mut, kostet viel politisches Kapital eben und würde ja erstmal auch einen großen Aufschrei auslösen.
00:52:05: Und die Frage ist auch ob dafür genug Rückhalt in der Bevölkerung dass dieser Schritt eben gegangen wird und ob da nicht so viel, ich sag mal so die Zivilgesellschaft, soviel Widerstand leisten würde.
00:52:17: Das ist schwer wäre das durchzusetzen jetzt nicht nur gegen den Widerstand der Länder weil es ja eben dieses Klassische was ich immer wieder höre Ja mein Krankenhaus macht zu Wo ich wohne, wo ich aufwachsen bin, wo vielleicht geboren wurde Und das macht etwas mit den Menschen Weil das macht alles Sinn wie wir das hier diskutieren Wie Lauterbach sich das gedacht hat und wie sich die Experten das gedacht haben.
00:52:40: Bei den Leuten kommt an, dass krankhaus schließt meine Versorgung wird schlechter Das System funktioniert nicht Demokratie funktioniert für mich nicht Dieses Land funktioniert für ich nicht.
00:52:50: Das ist was bei den Leuten ankommt.
00:52:52: also wir haben ja vielleicht auch ein Problem in der Kommunikation weil man macht Ja das was Wir machen im besten Fall senkt ja Kosten und verbessert sogar die versorgen.
00:53:02: das will man ja eigentlich erreichen Und da gibt es sicherlich Maßnahmen wie das tun.
00:53:06: und sicher ist es vielleicht auch besser, dass ein Krankenhaus nicht jedes Krankenhaus jede Leistung anbietet.
00:53:12: Und dass man das so ein bisschen konzentriert.
00:53:14: Und sicher kann man auch wahrscheinlich damit leben etwas längere Fahrzeiten dafür in ein besseres Krankenhaus wo diese Leistung besser gebracht wird.
00:53:22: Aber es ist halt eben sehr, sehr schwierig das zu vermitteln und das zu kommunizieren.
00:53:26: Dass mein Leuten wirklich ankommt.
00:53:28: hier passiert was für mich hier geht es mir am Endeffekt besser.
00:53:32: deswegen verstehe ich diesen Konflikt die harte Realität da in die Bevölkerung zu bringen
00:53:39: Ja aber dann muss ich so ein bisschen nicht.
00:53:43: das versteh' ich was Sie sagen.
00:53:46: aber wir müssen einfach die guten Beispiele uns damals vor Augen halten.
00:53:52: Ich glaube, dass wir tatsächlich und das ist nicht jetzt die jetzige Bundesregierung sondern das sind mit Sicherheit zehn, fünfzehn Jahre wo etwas falsch läuft im Krankenhausbereich.
00:54:02: Es ist ja eben schon gesagt worden es gibt gute Beispiele ob es Dänemark ist, ob es die Niederlande sind oder ob es Australien ist und so.
00:54:12: Wir können Japan die jetzt massiv anfangen.
00:54:16: da läuft eine Krankenhausreform völlig anders ab nämlich, dass man genau sagt so liebe Leute wir können mehr ambulant machen.
00:54:25: Wir könnten auch nicht immer ständig mehr Geld ausgeben.
00:54:29: aber wir machen euch deutlich eure Versorgung geht nicht dem Bach runter sondern sie wird sogar besser.
00:54:38: und was macht der Staat?
00:54:39: Der nimmt Geld in die Hand da wo es früher zwei Krankenhäuser gab aus den siebziger Jahren sowie unser Krankenhaus gebaut baufällig.
00:54:48: ja die leute beschweren sich ja auch zu Recht und sagen, ich möchte gerne ein schickes Einbettzimmer oder Zweibettzimmers haben.
00:54:55: Ich möchte diese haben und jenes haben.
00:54:56: das ist nicht mehr zeitgemäß so.
00:54:59: was haben die anderen Staaten gemacht?
00:55:00: Die haben gesagt pass auf zwei Krankenhäuser A fourhundert Betten.
00:55:04: wir stellen ein neues in die Mitte.
00:55:07: Ja und das hat eben nicht acht hundert betten sondern dann nur noch fünfhundert bett mit einem großen ambulanten Zentrum.
00:55:14: der Staat finanziert dass.
00:55:16: Der Staat spart aber langfristig auch Geld ein, weil er die anderen Krankenhäuser nicht weiter aufrechterhalten muss.
00:55:23: Und die Krankenkassen sparen auch Geld rein, weil mehr ambulant versorgt wird.
00:55:29: Warum geben wir diese Wege nicht?
00:55:31: Warum beschreiten wir Wege alle Krankenhäuser abzustrafen, weil sie zu viel sind und weil zu viel Geld ausgegeben werden?
00:55:41: Das ist das was ich anprangere!
00:55:43: Frau Wagen hat daran Schuld.
00:55:47: Muss ich auch die Fahne mal für Herrn Lauterbach, auch wenn ich nicht ein großer Fan bin und er mich auch schon paar Mal beschimpft hat.
00:55:54: Halt ich trotzdem die Fähne da hoch?
00:55:57: Er ist mutig mal diesen Weg gegangen und hat gesagt wir müssen weniger Krankenhäuser in Deutschland haben.
00:56:02: und liebe Bundesländer fangt jetzt an mit Reformvorgaben, die Ich beschließe das auch umzusetzen.
00:56:09: Und da sage ich jetzt mal können wir doch auch das Beispiel Solingen nehmen.
00:56:14: Ja natürlich war hier nicht jeder begeistert, dass die Lukas Klinik geschlossen wurde oder auch das Krankenhaus in Hahn.
00:56:21: Aber ich glaube wir haben mir sehr gut verdeutlicht Leute auf Dauer wäre das nicht gut gegangen.
00:56:27: Wir stärken jetzt die
00:56:28: Krankenhäuser.
00:56:29: Nicht nur unser Krankenhaus Auch das Krankenhaushilten Das Krankenhaus im Metmann sind gestärkt worden Und
00:56:36: Ich empfinde
00:56:37: das im Moment nicht so Dass es hier Riesenproteste von der Bevölkerung gibt.
00:56:42: Also ich finde das
00:56:43: auch teilweise
00:56:44: so und kommt auch bei mir an, dass die Bevölkerung da sehr zufrieden ist.
00:56:49: Dass diese Reform hier durchgeführt wurde.
00:56:51: Von daher
00:56:52: glaube ich wenn man es klug anfängt kann man die Bevölkerungen sogar positiv abholen.
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